Badespass.
Tag 26
Dovre-Oslo
460,4km
Insgesamt: 9394,5km
Auf der Anfahrt zum Blåhø kann man gut die stark veränderte Architektur in den Bergen Norwegens beobachten.
Der Blåhø ist ein Berg mit einem Funkmast darauf, der durch eine teils recht steile Straße zu erreichen ist. Diese bin ich 2022 mit der Africa Twin und sehr abgefahreren Reifen schon einmal gefahren. Auch der Jimny war letztes Jahr schon mal hier. Aber gerade bei schönem Wetter ist diese Strecke fast ein Muss.
Von oben hat man dann einen herrlichen Ausblick auf die umliegenden grünen Täler mit Häusern und Straßen und auf das östlich gelegene Dovrefjell. Das ist der Ort, den ich 2018 zu Fuss durchquert habe. Zumindest einen Teil davon. Hier leben auch die Moschusochsen.
Oben angekommen ziehen immer wieder Wolken mit großer Geschwindigkeit an einem vorbei und hüllen den Himmel in ein helles Weiß.
Ein paar Kilometer weiter südlich ein kurzer Besuch bei der Stavkirke Ringebu. Hier habe ich damals eine Nacht verbracht. Heute ist enorm viel los, klar, es ist Sonntag und Gottesdienst. Deswegen ist die Kirche auch gesperrt.
In Lillehammer treffe ich das erste Mal seit sechs Jahren auf den großen, grauen Pilgerstein. Hier habe ich damals schon mal ein Foto gemacht - ein bißchen älter ist man halt dann doch geworden.
Ja, es ist schön an diese Orte zurückzukehren.
Irgendwann wird die E6 dann vierspurig und ähnelt immer mehr einer Autobahn, wie wir sie kennen. Hier darf man dann wahnsinnige 110 km/h fahren. Das Problem ist nur, dass diese Geschwindigkeiten den Jimny eher nicht interessieren. So bleibt nur rechts mit denen mitschwimmen, die eben irgendwas um die hundert fahren.
Kurz vor Oslo besuchen wir noch die alte Schussanlage für Panzer in Trandumskogen. 1942-1943 erbaut, trainierten hier Deutsche Panzerbesatzungen und bis 1996 auch die norwegische Armee. Mehrere hintereinander stehende Betonwände sollten sowohl den Lärm verringern, als auch Splitter aufhalten. Die Bahn ist insgesamt ca. 300 Meter lang und war mit Holz verkleidet.
Am Ende der Anlage ist dann der “Kugelfang”, der mit Sand ausgebettet ist.
Der Blick zurück auf den Ort, wo die Panzer standen und ihre Schüsse abgaben. Ein Warnschild weißt darauf hin, dass man das Gelände auf eigene Gefahr betreten kann, es sich aber immer wieder Betonstücke lösen könnten. Deswegen empfehlen sie das Betreten mit einem Helm. Schon klar.
Nicht weit weg gibt es zahlreiche Seitenstraßen, die früher vom Militär genutzt wurden. Diese haben große Pfützen und was muss man mit einem Geländewagen natürlich machen? Richtig - durchfahren!
Der Abend endet am Oslofjord auf einem Campingplatz. Von dort kann man die großen Schiffe sehen, die Oslo ansteuern oder verlassen. Zeit für eine Pause.