Die Zwerge haben zu tief gegraben…

Tag 21

Hamningberg-Skiipagurra

197km

Insgesamt: 6614,4km

 

Heute ist die Wolkendecke etwas höher als gestern und gibt den Hamningberg hinter Hamningberg frei. Dort oben ist eine größere Anlage, die ich mir natürlich ansehen muss. Langsam geht es den langen Weg durch die Steinwüste nach oben. In den kargen Felsen fallen die Stellungen nur dem geübten Auge auf. Hier und da liegt etwas Porzellan rum, manchmal etwas Stacheldraht oder generell Eisen, das man kaum noch zuordnen kann. Ja, diese Stellung ist auch komplett gesprengt. Nur der hoch oben trohnende Kommandobunker ist einigermaßen intakt. Die vier Kanonenstellungen sind teilweise noch ersichtlich, die Unterkonstruktion zumeist ansatzweise noch erhalten. Man erkennt genau den Schlitten, auf dem sich die Kanone drehen konnte.

Unten rauschen die Wellen. Die Rentiere streifen herum. Idyllisch hier. Der Wind hat deutlich zugenommen, ist aber immer noch harmlos. Da es sich um eine Stichstraße handelt, geht es den selben Weg wieder zurück.

Nächste größere Stadt: Vardø. Während des Kalten Kriegs sollte die Stadt eine entscheidende Rolle in der NATO bekommen. Hier stehen mehrere weiße Kuppeln der NATO, die ein Frühwarnsystem beinhalten. Die offizielle Aufgabe ist die Überwachung von Weltraummüll. Ich lasse diese Aussage mal so stehen. Etwas nördlicher auf der Insel findet man das Wesen Drakkar. Ein Fabelwesen gebaut aus Holz und mit der Front eines Schiffes. Generell eher etwas dürr geraten, das Ding. Aber sehenswert.

Kiberg. Auch hier steht eine sehr große Marineküstenbatterie, die MKB 3./513 Kiberg. Hier kann man mit dem Auto rauffahren und hier bin ich vor zwei Jahren auch mit dem schweren Motorrad weggerutscht und gegen den norwegischen Fels geknallt. Es gibt unzählige Tunnel, Zisternen, Bunker, Mannschaftsquartiere und anderes zu entdecken.

Hier liegt noch allerlei an Granaten von klein bis zu den großen 15cm Geschützen.

Auf die Rohre wurde, vermutlich nach dem Krieg, geschossen.

Soldaten haben sich 1943 namentlich im Betonfundament einer Flakstellung verewigt.

Aber auch außergewöhnliches kann entdeckt werden. Ich klettere in eine Höhle hinab, die verschüttet war, aber freigeschaufelt wurde. Dort unten, tief im Berg, liegen zahlreiche Behälter, die ich als Nachschubbehälter identifiziere. Sieht aus wie eine Bombe, hat hinten eine Art Leitwerk in x-Form, ist aber hohl. Ich frage mich zwar, wie die Teile hier herkommen, werde dies beizeiten noch näher untersuchen.

In den Bunkern ist dann wirklich allerlei zu finden. Der einzig wirklich intakte Bunker ist “Das Hirn”, der Kommandobunker. Wer „Der Soldat James Ryan“ gesehen hat, kennt diesen Typ. Aus ihm wurde aber, wie flasch dargestellt, niemals geschossen, sondern die Ziele für die vier Kanonen der Anlage ausgemacht.

Unter dem “Hirn” sieht man vier Eingänge. In den zwei linken befindet sich eine Zisterne.

In einem anderen Bunker finde ich etwas Spannendes. Soldaten haben Kacheln auf die nackten Betonwände gemalt. Vermutlich, um deren Unterkunft etwas wohnlicher zu gestalten. Gerade in Norddeutschland findet man die roten Klinker ja sehr häufig.

In der Ferne die Stadt Vardø mit den “Weltraumschrottbeobachtungskuppeln”.

Am Strand lässt es sich aushalten. Man gewöhnt sich an die Kälte.

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Ostblockcharme.

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Allerlei Getier.