Ostblockcharme.

Tag 22

Skiipagurra-Nulusniemi

680,5km

Insgesamt: 7294,9km

 

Es fällt wirkich auf. Hier oben gibt es deutliche weniger E-Fahrzeuge und beim Tanken oder Warten bleibt der Verbrenner gerne mal an. Sind halt andere Bedingungen hier oben. Aber wehe man macht die Start-Stop-Funktion bei uns zuhause aus. Ortsschilder und sonstige Bezeichnungen sind bei Kirkenes auch gerne mal russisch. Es geht vorbei an einem Friedhof. Hier steht kein einziger Grabstein gerade. Generell ist ein leichter Verfall erkennbar. Die Gärten sind nicht mehr so gepflegt wie im Rest des Landes und vieles mehr. Kirkenes hat wenig Sehenswertes, ist aber die letzte Station der Hurtigrouten. Es gibt einen großen Luftschutzbunker, der die Bevölkerung vor den ca 300 Luftangriffen im Krieg schützen sollte. Und es gibt ein Haus, das auf einem Bunker gebaut wurde.

In Kirkenes sehe ich dann auch den zweiten Jimny in Norwegen. Viele gibt es hier wirklich nicht. Und dann auch noch rechtsgelenkt.

Obwohl die Grenze zu Russland vor zwei Jahren geschlossen war, hatte ich heute den Eindruck, dass sie zumindest nicht mehr ganz zu war. Das große Tor war jetzt offen und es standen Autos auf der russischen Seite. Auch das ein oder andere Bustaxi nach Murmansk kommt uns entgegen.

Die letzte Straße in den äußersten Nordosten beginnt. Der Wind hat deutlich aufgefrischt, was man an den Schaumkronen auf dem Meer klar ablesen kann. Ab zur Grense Jakobselv. Von weitem sind die grünen Grenztürme der Russen erkennbar. An einem Punkt stehen sich die zwei Grenzpfähle nur etwa 5 Meter auseinander gegenüber. In der Mitte ein kleiner Fluss. Überall Hinweisschilder, wie man sich zu verhalten habe.

Die kleine Kapelle hat sogar offen. Innen drin enttäuscht sie aber. Kurz nachdem wir sie besichtigt haben, kommt ein Reisebus an und spült Unmengen an Leuten auf den Parkplatz. Das war’s wieder mit der Romantik. Der Blick geht Richtung Russland.

Ein paar Deutsche Bunker liegen halb versunken im Sand direkt an der Grenze.

Wieder zurück und Kurs auf Finnland. Es beginnt. Die nächsten 7 Stunden sehen wir nichts als Wald. Hin und wieder ein kurzer Blick auf einen See - das war’s. Eine gewisse Monotonie setzt ein. Nein, hier will man keinen Urlaub machen. Was am Anfang noch schön wirkt, nervt nach einigen hundert Kilometern nur noch. Dann kommt die Schotterstraße. Sprachlich versteht man nichts mehr. Auch lesen geht nicht mehr.

Ein kurzer Stop an einem Sandstrand zeigt, wozu man einen Allrad dabei hat. Der Heckantrieb des Jimnys gräbt sich sofort im Sand ein. Mit Allrad und Untersetzung ist das Rausfahren aber kein Problem mehr.

Und ja, es sind mehr Rentiere als Menschen unterwegs. Generell wirkt hier alles sehr trist. Löcher im Schotter versetzen den Jimny immer wieder um ein paar Meter - da muss man echt aufpassen. Auf der Scheibe klebt das Blut der geplatzten Insekten. Steine schlagen gegen den Unterboden. So geht es dahin. Stunde um Stunde. Das Handynetz ist auffallend schlechter - klar, man ist ja wieder in der EU. Vorteil, man zahlt mit Euro und der Sprit ist etwas günstiger - 1,80-2,00€.

Abends tut es dann auch eine Stichstraße als Lager.

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Erzhafen.

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Die Zwerge haben zu tief gegraben…