Erzhafen.
Tag 23
Nulusniemi-Narvik
586,3km
Insgesamt: 7881,2km
Weiter durch Finnland. Wieder etwas weiter nach Nordwesten. Zu den Sturmbock-Stellungen. Eine Verteidigungsstellung der Deutschen aus dem Jahr 1942. Errichtet zum Schutz der Eismeerhäfen in Norwegen. Hierhin zog sich die Wehrmacht im Jahr 1944 im Laufe der Operation “Verbrannte Erde” zurück, als die Rote Armee vorrückte.
Die ganze Anlage war mehr mit Unterständen ausgebaut, als mit Betonschutzräumen. In jedem Unterstand ist ein Bunkerofen. Manche davon sind aus den kuriosesten Teilen zusammengebaut worden. Nur deren Schornsteine schauen aus dem Steindach heraus. Bitterkalt muss es hier im Winter gewesen sein.
Danach geht es über einen Fluss nach Schweden. Unmittelbar überhalb der Grenze sieht es gepflegter aus. Ein wirklich auffälliger Unterschied zwischen den beiden Ländern. Immer wieder sind neben der neuen Straße Teile der alten zu sehen. Manchmal stehen noch die kleinen, alten Brücken, die jetzt als Erinnerung an die alten Zeiten ihr Dasein fristen. Der Herbst rückt hier oben langsam näher. Manche Bäume verfärben sich schon gelblich.
Es wird wieder bergiger. Die Fahrt geht Richtung Westen weiter. Grund dafür: Keine Lust auf die ewigen Wälder Schweden.
Kiruna. Die Stadt, weswegen Norwegen im Zweiten Weltkrieg so wichtig war. Eisenerz. Die Stadt ist umrundet von einem großen Bergwerkm zumindest sieht es so aus. Neue Arbeiterwohnungen und -häuser werden ständig gebaut. Hier geht was. Aber es sieht nach Arbeit aus. In der Ferne die Türme der Bergwerksschächte, die Abraumhalden und langen Züge. Von hier aus gehen diese dann nach Narvik, Norwegen. Und genau das ist das nächste Ziel.
Mit dem letzten Tropfen im Tank, es kommen tatsächlich keine Tankstellen mehr, erreichen wir den Rombaksbotn. Hier liegt der Deutsche Zerstörer Georg Thiele an seiner letzten Position. Dieser war an der Besetzung des nur wenige Kilometer entfernten Narviks beteiligt und wurde auf Grund gesetzt, nachdem die Munition im Kampf mit britischen Einheiten verschossen war. Heute liegt das 119,3m lange Schiff mit dem Bug voran auf dem Felsen. Der Großteil aber liegt unter Wasser. Natürlich war es schon seit Jahren mein Ziel, dieses Schiff zu sehen. Man kann bis ungefähr 700m mit dem Auto hinfahren, muss dann eine Privatstraße gehen und letztlich über glattgeschiffene Felsen klettern. Bei Regen kein einfaches Unterfangen, rutscht man ab, landet man im kalten Wasser, weit unter einem. Demnach klettere ich auf allen vieren, bewaffnet mit Stativ und zwei Kameras und versuche, das Unmögliche zu schaffen. Mehrere Male rutsche ich weg, kann mich aber irgendwie halten. Aus der Nähe betrachtet, wirkt das ganze Bild surreal.
Narvik. Ein Besuch auf dem Soldatenfriedhof.