Tear down this wall!
Tag16
Fjordbotn-Tromso
339,6km
Insgesamt: 4639,9km
Weiter geht die wilde Fahrt. Die Wanderung auf den Segla verschiebe ich ein weiteres Mal. Zu spät, das Wetter nicht optimal.
Ziel Südwesten der Insel - zum Skrolsvik Fort. Hier war ich schon zweimal. Ich möchte aber unbedingt nochmal in Ruhe die unterirdischen Bunkeranlagen erkunden. Vor zwei Jahren bin ich in völliger Dunkelheit mindestens 20 Minuten in eine Richtung und auf mehreren Etagen gegangen. So lange ich auch suche, ich kann dieses Jahr keinen Eingang mehr finden, der nicht zugeschweißt wäre. Auch die eine Tür, die immer offen stand, ist nun verschlossen. Mit einem langen Stahlrohr davor. Da hat jemand versucht, sie aufzuhebeln und das versuche ich ebenfalls. Aber keine Chance. Da hat wohl ein besonders progressiv denkender Mensch gedacht - den Spass nehme ich den bösen Bunkertouristen auch noch. Danke für nichts. Letztes Jahr war ich noch drin und vor einem Monat konnte man laut Google Rezensionen auch noch rein. Ich bin schwer enttäuscht - wollte ich doch so gerne nochmal rein. Untypisch für Norwegen. Aber mal sehen, vielleicht geht eine der Türen ja durch magische Art und Weise wieder auf. Sonst gibt es für die vielen Touristen wohl keinen Grund mehr einen 200km weiten Umweg auf sich zu nehmen und die Gegend zu beleben.
Es geht an die Ostküste der Insel Senja, wo wir ein damals zum Verkauf stehendes Haus ansehen (zumindest von außen). Träumen darf man ja. Direkt am Wasser gelegen, schon etwas baufällig, genau das, was (nicht) sinnvoll wäre.
Die nächste Fähre soll um 16 Uhr gehen. Das Navi sagt Ankunft 16:01. So überhole ich mit meinem Traktor mehrere Wohnmobile, die genüßlich mit 70 in der 80er dahindümpeln und den Verkehr aufhalten. Es wird knapp, der Jimny lauter, aber nicht schneller. Bei der Ankunft an der Fähre ist noch eine längere Schlange an Autos vor uns. Das wird nix mehr, denke ich mir. Ein paar Minuten später dann ist nur noch ein Auto vor mir. Die Einweiser schütteln den Kopf - gehen aber weiter zu mir. “Let’s try it”. Der Würfel ist nun mal wirklich kompakt - und passt, wie durch ein Wunder, auf 5 Zentimeter noch irgendwie achtern rein. Man darf, nach den 7 Stunden Warten gestern, auch mal Glück haben. Es gibt Waffeln.
Ein kurzer Besuch bei der Tirpitzplaten, der Gedenkstätte am Versenkungsort darf auch nicht fehlen. Der Blick schweift auf Tromso.
Am Abend geht es mit der Seilbahn auf den Fjellheisen, einen der Hausberger Tromsos. Der Ausblick auf die anfliegenden Flugzeuge ist atemberaubend. Mr. Weltenretters Hubschrauber landet gerade auf seiner Yacht, die auch schon da ist.
Tief im Tal erkennt man die Eismeerkathedrale und die ikonische Brücke, die gerade wegen Wartungsarbeiten geschlossen ist.