Senja. Immer wieder Senja.
Tag 15
Andenes-Fjordbotn
90,1 km
Insgesamt: 4300,3km
Wir nehmen die Fähre um 13:00. Dann ist noch genug Zeit zum fertigmachen und frühstücken. Die guten Waffeln und so. Um 11 Uhr stehen wir an der Fähre, ein bißchen eher ist sinnvoll, denke ich mir. Das Wetter ist wieder gut. Wir stehen in Line 4. Nicht gut, aber vielleicht haben wir Glück. Erstmal warten. Dann kommt die Fähre.
Auto um Auto fährt in den Bauch des alten, rostigen Seelenverkäufers. Und… wir kommen nicht mehr drauf. Ganze zwei Camper waren noch vor uns. Jetzt heißt es weitere vier Stunden warten. Die Fähre geht genau dreimal am Tag - um 8:45, 13:00 und 17:00. Damit ist sie der absolute Flaschenhals in der Gegend. In der Ferne liegt wieder die Yacht des Weltenretters.
Irgendwie bringt man die Zeit unter der grellen Sonne dann doch rum. Immerhin regnet es nicht. Auf den Felsen rundherum findet regelmäßig ein Massacker statt. Vögel holen sich Seeigel aus dem Wasser und knacken sie dann an Land. Manchmal kann man dann auch einen ganzen finden.
Um kurz vor 17 Uhr kommt die Fähre abermals. Jetzt aber sind wir dran. An Bord gehe ich sofort aufs Oberdeck - man muss ja schauen, was so abgeht. Die Fähre scheint voll beladen zu sein und etliche Leute müssen wieder abfahren. Ärgerlich, wenn es die letzte Fähre des Tages war. Langsam und mit Scheppern und Blubbern setzt sich die alte Dame in Gang. Wir verlassen Andenes und damit die Vesterålen und nehmen viele neue Eindrücke aus dem Fischerstädtchen mit.
Während der Fahrt bei bestem Wetter und absolut keinem Seegang ziehen es dann die meisten Leute vor lieber im Salon vor ihrem Handy zu verbringen. Seltsame neue Welt. Ich bleibe lieber draußen und genieße den einzigartigen Ausblick auf die sich nähernde Bergkulisse Senjas.
Nach knapp eineinhalb Stunden laufen wir dann in den Gryllefjord ein. Dieser hat außer ein paar kleinen, bunten Häuschen und einem Supermarkt - nichts.
Die kleine Straße verlässt den Ort und biegt dann scharf links ab in einen Tunnel. Auf der anderen Seite erwartet einen die schönste Landschaft, die man sich nur vorstellen kann. Wenig(er) Tourismus, kleine Hütten, viel Wasser und Berge. Dazwischen das Licht der tiefstehenden Sonne. Weiter, immer an der Küste entlang. Mal auf den Berg hoch, mal wieder runter. Dann die Aussichtsplattform Bergsbotn, die sich geschwungen in den Abgrund vorwagt. Mir ist hier dann aber doch zu viel los. Weiter geht es die geschwungene Straße ins Tal. Hin zum nächsten Gustostückerl, dem Tungeneset, einer Bergformation, die steil und schroff aus dem Meer emporsteht. Davor ein Stück Fjord. Ein Meisterwerk von wem auch immer, der das erschaffen hat.
Weiter gehts Richtung Osten. Kleine Steinchen klackern bei jeder Radumdrehung auf dem Asphalt. Die Geländereifen des Jimnys wollen sie nicht mehr loslassen.