Aufruf: Gesucht wird ein Ort fernab des Massentourismus
Tag 8
Geiranger-Måndalen
198,1km
Insgesamt: 2957,9km
Ei, war das eine Nacht. Besagter Campingplatz, der noch was frei hatte, lag tatsächlich direkt neben dem großen, reißenden Wasserfall, der direkt aus den Bergen nach unten in den Geiranger fällt. Dementsprechend ist es auch wirklich laut. Abstellen kann man das Ding ja nicht. Das Schauspiel, wenn jemand das erste Mal ein Zelt aufzubauen versucht, ist aber köstlich. Ähnlich wie beim Hafenkino steht man dann mit einem Bier in der Hand da und erfreut sich am Spektakel. (Den Personen wurde schon von einem anderen Camper geholfen, deswegen habe ich mich nicht eingemischt!)
Am Morgen dann zusammenpacken und los geht es auf die andere Seite, zu Ørnesvingen, dem weltweit bekannten Aussichtspunkt auf den Fjord. Zwei Kreuzfahrtschiffe liegen bereits vor Anker. Gefühlt tausende Leute überschwemmen das kleine Tal. Die Fahrt auf den Aussichtspunkt Dalsnibba mit Blick über das ganze Tal von oben wird gestrichen. Die Wolkendecke will einfach nicht aufreißen. Wieder zurück und zur Fähre. Der kleine Jimny wird vorgewunken und darf noch in einer Ecke der ansonsten vollen Fähre Platz nehmen. Für 100€ darf man sich die Überfahrt dann mit Pauschalbustouristen teilen. Romantik sieht anders aus, aber man bekommt dennoch so einiges zu sehen. Ich empfehle mal nach den Sagen des Geiranger zu googlen - es gibt einige davon. Die alten Bauernhöfe über steilen Klippen, das Leben hier war sehr entbehrungsreich. Eine Möwe begleitet das Boot und erhofft sich wohl etwas Futter.
Ålesund mit seinem Deutschen Jugendstil beeindruckt. Der Deutsche Kaiser Wilhelm II. hat aus Dankbarkeit ein Monument und eine nach ihm benannte Straße bekommen. (Er half beim Aufbau der niedergebrannten Stadt). Auch sonst findet man allerlei Hinweise auf den Ke(a)iser. Der Blick vom Aksala auf das Venedig des Nordens erstaunt immer wieder.
Das Wetter schlägt leider wieder um. Dauerregen. Den Trollstigen kann man dieses Jahr wegen eines Steinschlags leider nicht fahren und der Umweg zur Aussichtsplattform wäre einfach zu groß. Also geht es weiter Richtung Norden. Der Sprit kostet mittlerweile 2,50€.