Je mehr Menschen ich treffe, desto mehr mag ich Elche!

Tag 10

Åustratt-Bjornvika

346,8km

Insgesamt: 3307km

 

Endlich. Das Wetter ist traumhaft. Die Wäsche ist gewaschen, das Auto etwas geputzt und der Inhalt sortiert.

Plötzlich ein ohrenbetäubender Lärm. Zwei F-16 Kampfjets starten direkt nach- und nebeneinander mit Nachbrenner in den blauen Himmel. Nicht weit weg von hier gibt es eine Luftwaffenbasis der norwegischen Streitkräfte. Die zahlreichen Bunker machen klar, diese Basis gibt es schon mindestens seit der Deutschen Besatzung.

Apropos Bunker - einen Mannschaftsbunker davon muss ich mir natürlich ansehen. Im Inneren ist er erstaunlich gut erhalten, liegt er doch etwas abseits der typischen Touristenroute. Die gelbe Farbe auf der Ventilationseinheit ist noch gut zu erkennen, genauso wie das Weiß an den Wänden. Auf einem kaputten Stuhl liegt eine alte Munitionsbox.

Natürlich darf ein Besuch am Fort Austratt nicht fehlen. Es ist mein vierter Besuch und endlich bin ich rechtzeitig. Das Museum schließt Mitte August. Dieses Mal kann ich mir die riesige Kanone des Schlachtschiffs Gneisenau auch von innen ansehen. Und was soll ich sagen? Es lohnt sich. Leider war der Guide etwas schroff und erinnerte einen immer daran, dass man da und dort nichts sehen kann und lieber wieder zur Gruppe aufschließen solle. Um die Ecke schauen ist (legal) nicht. Danke für nichts. Ich schaue aber trotzdem. Trotz der etwas seltsamen Führung, die inhaltlich interessant war, kann ich den Besuch des Museums aber nur wärmstens empfehlen. In der Kanone kann man wirklich alles sehen und klettert auch kleinste Leitern in den nächsten Stock nach oben. Als Deutscher hat man den Vorteil, dass man alle Beschriftungen auch lesen kann. Drei der vier riesigen Generatoren im Untergrund funktionieren immer noch. Das muss wohl diese Deutsche Wertarbeit sein, denke ich mir.

Vor dem Museum steht ein alter Amischlitten.

Die Fahrt an meiner alten Fahrradstrecke geht weiter. Über ein endloses Band an Asphalt, rauf, runter, links und rechts. Daneben vereinzelt rote Häuser und ein paar Bauernhöfe. Meistens aber nur das grün der Wälder. An einem See gibt es Mittagessen. Mit dem Jimny geht es einen Waldweg rein, der für normale Autos dann doch schon ein Hinderniss darstellen würde.

Natürlich muss ich auch dieses Jahr wieder an der selben Stelle mein gewohntes Foto machen.

Etwas später an der nächsten Fähre wundere ich mich. Letztes Jahr war hier alles noch Großbaustelle, dieses Jahr ist bereits alles fertig und tip top. Die packen hier einfach an.

Das Wetter wird wieder schlechter. Vom Glück verfolgt sind wir dieses Jahr einfach nicht. Aber: Die Helgelandskysten sind erreicht. Und dort, wo ich vor vielen Jahren meinen ersten Elch entdeckt habe, springt plötzlich wenige Autos vor dem Jimny ein Schatten über die Straße. Wenn auch nur kurz - Da war er.

Nur wenige Meter weiter stehen dann plötzlich zwei Pferde auf der Weide. Halt nein, das sind keine Pferde, das sind Elche! Bremse getreten, umgedreht, neben die Straße gestellt. Hastig das große Objektiv auf die Kamera geschnallt und im Kriechschritt über einen Forstweg hinter ein paar Silageballen an die Tiere angeschlichen. Eines steht, vom anderen ist nur der Kopf aus dem hohen Gras erkennbar. Sicher ist, sie haben mich schon längst erkannt. Gut 100 Meter entfernt bin ich aufgeflogen. Die hören selbst eine Stecknadel und sind dann weg. Dieses Mal bleiben die beiden Jungtiere aber und ihr Blick weicht nicht mehr von mir.

Nach einiger Zeit legt sich dann auch der andere Elch hin. Nachdem ich genug fotografiert und gefilmt habe, beschließe den Rückzug anzutreten.

Nur wenige Meter weiter steht plötzlich ein anderes Stück Wild neben dem Auto. Zufrieden stelle ich fest, dass sich die Investition in das Objektiv damit schon gelohnt hat und fahre weiter zum heutigen Campingplatz, der unter Deutschen Anglern so bekannt und beliebt ist und auf dem ich 2021 schon mal war.

Nachdem es auch um 23 Uhr immer noch schön hell ist, setze ich mich ans Meer und sehe, wie eine ganze Kolonie Möwen panisch von einer Insel wegfliegt. Da - ein großer, schwarzer Vogel! Ich erkenne sofort, das ist ein Adler. Zwei, drei Möwen attackieren den Adler im Flug. Diesen scheint das aber nicht zu stören und er fliegt gemächlich weiter davon. Leider habe ich in diesem Augenblick die Kamera nicht am Mann und so muss das Handy herhalten. Schade, aber immerhin habe ich heute fast alles gesehen, was man hier sehen kann und wofür der Norden bekannt ist.

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Flugviech 2.0

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Die absolut letzte Generation - versprochen!