Durch eine Stadt flanieren
Tag 4&5
Ach Bergen. Nach all dem Trubel genieße ich es nicht fahren müssen. Jetzt hatte ich schon zum zweiten Mal das Glück Dein Gast zu sein. Gut, dieses Jahr war der Aufenthalt nicht lange und das Wetter war mit 11 naßkalten Grad nicht wirklich einladend. Norwegen halt. Ich habe Deine intimen Gassen mit den alten bunten Häusern aber sehr genossen. Du bist eine Stadt, die man nur lieb haben kann. Modern, aber gleichzeitig traditionell geblieben. Man sieht absolut keine Gesichtsfetzn und abgesehen von den tausenden Preißn von den Kreuzfahrtschiffen kann man Dich auch echt genießen. Die Ruhe am Abend lädt zum Flanieren ohne Touristen ein. Auch wenn ich natürlich selbst einer bin, störe ich mich doch an den lauten Tönen, die von so manchem meiner Landsmänner abgegeben werden.
Zwischen Deinen sieben Hausbergen liegt einer der geschäftigsten Seehäfen Europas von dem auch die Hurtigruten Richtung Norden starten. Vom Fischmarkt kann man Dein berühmtestes Bild sehen - Tyske Bryggen, den Deutschen Kai, von dem aus die Hanse ihre Handelseinrichtungen betrieb. Direkt dahinter der Fløyen, auf den man mit der Schrägseilbahn fahren und eine herrliche Aussicht über die Stadt genießen kann. Das Wasser am Pier ist kabbelig, die privaten Yachten, die großen Schlepper, Arbeitsboote und die riesigen Kreuzfahrtschiffe zeugen von einer lebendigen Seefahrertradition. Über die Kopfsteinpflaster geht man nach Gamle Bergen, Bergens Altstadt. Die Details liegen in den liebevollen Blumenarrangements, den Ausstattungen in den alten Fenstern von denen manchmal die Farbe abblättert. Mit knapp 287.000 Einwohnern bist Du nach Oslo die zweitgrößte Stadt Norwegens.
Keine Frage - ich war sicher nicht das letzte Mal Dein Gast, aber morgen muss es weitergehen. Nicht nur, weil das Wetter endlich wieder etwas besser werden soll. Aber die Berge und deren Straßen im Osten laden zum fahren ein. Und natürlich ruft der wilde Norden und ich freue mich darauf.
Vielen Dank abermals an meine lieben Gastgeber Antonia und Stephan.