Communication is key.

Tag 16

208,1km

Insgesamt: 4963,6km

Jetzt ist es mir auch passiert. Zahlreiche Camper haben mir zuvor von ihren schlechten Erfahrungen berichtet. Ich bin beklaut worden. Am Abend zuvor habe ich meine Powerbank (die mich seit 7 Jahren auf meinen Reisen begleitete) im Aufenthaltsraum eines Campingplatzes zum Laden angesteckt. Zwischen 0:00 und 5:30. Aus Spaß habe ich sie noch getätschelt und gesagt, ob wir uns wohl morgen wiedersehen werden. Am Morgen dann - weg. Nicht wirklich. Wer macht denn sowas? Wer beklaut jemanden, der eventuell darauf angewiesen sein könnte und keine 100-200km zu einem Elektronikgeschäft fahren könnte (Radfahrer/Wanderer)? Was für ein unehrenhaftes mieses Verhalten. Stecker weg, Kabel weg, Powerbank weg.

Ich bin sauer.

Packen, von den netten Berlinern neben mir verabschieden, einen Franzosen, der grad in seinen Flitterwochen ist, warnen, auf seine Sachen im Aufenthaltsraum besser aufzupassen. Daraus ergibt sich ein wirklich herzliches Gespräch und ich bereue es, nicht mehr viel mehr als die Standardsätze rauszubringen. Aber englisch regelt.

Immerhin finde ich im Ort tatsächlich alles was ich brauche. Ich ärgere mich trotzdem noch. Hilft nichts. Ab auf die Fähre, ab nach Senja. Auf der Fähre komme ich mit drei schwedischen Medizinstudenten ins Gespräch. Am Ende helfe ich einem der drei noch den Sensor seiner Kamera zu putzen. Als Dank bekomme ich eine Packung Süßgebäck. Wieder so eine herzliche Bekanntschaft. Das tut gut. Das Wetter zwischen Regen und Sonne, eher wärmer. Ich fahre Richtung Süden. Der Weg dorthin könnte abgelegener und wilder kaum sein. Unglaublich schön. Hin und wieder mal ein Auto, der Blick schweift in die Ferne. Berge. Schnee. Wasser. Wald. Die Straße. Das wars. Manchmal Schotterstraßen. Ich bin vollkommen allein. Deswegen ist Senja besser als die Lofoten. Es geht zu einem Deutschen Fort nach Skrollsvika. Das Fort verschlägt mir den Atem. Es wurde nach dem Krieg von den Norwegern weiter verwendet und zum Teil noch ausgebaut. Wie so viele Deutsche Forts wurde es 1989 dann aufgegeben. Unscheinbar fangen die ersten Unterstände und Flakstellungen an. Dann kommt eine schwere offenstehende Panzertüre. Ich gehe hinein. Dunkelheit. Lampe an und los gehts. Ich könnte jetzt viel schreiben, spare es mir aber. Nur so viel - ich gehe 10 Minuten unterirdisch in eine Richtung und das auf mehreren Stockwerken. Wer Angst im Dunkeln und vor dem Alleinsein hat, sollte diesen Ort wohl eher meiden. Im Inneren ist noch viel vorhanden. Tische, Werkzeug, Dokumente, Generatoren, Lampen, Toiletten. In der kompletten Dunkelheit. Wahnsinn und wirklich sehenswert. Ein bisschen froh bin ich aber dann doch wieder rauszukommen - nicht auszudenken, wenn die Lampe nicht mehr funktioniert hätte. Die vier 150mm Geschütze, die ich schon innen sehen konnte, schauen von draußen noch bedrohlicher aus. Diese wurden von der Kriegsmarine dort 1943 installiert und stammen aus der Sekundärbewaffnung der beiden Schlachtschiffe Scharnhorst und Gneisenau. Daneben liegt ein altes norwegisches Landungsboot, das offenbar aufgegeben wurde. Am Kai werde ich von einem guten Dutzend Seeschwalben regelrecht attackiert. Wie Sturzkampfbomber versuchen sie mir auf den Kopf zu fliegen - ich suche lieber das Weite.

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Arrghh! €&@$#%!

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Auf Regen folgt die Sonne, folgt der Regen.