Arrghh! €&@$#%!

Tag 17

258,8km

Insgesamt: 5222,4km

Früh fahre ich los. Zelt naß. Leider ist auf Senja ein besonders schönes Stück Straße gesperrt. Also drumherum. Heute will ich unbedingt meine Wanderung auf den Segla machen. Letztes Jahr hat es ja geschüttet wie aus Kübeln. So fahre ich 20km zu dem berühmten Berg, der aussieht wie ein großes Segel, was Segla bedeutet. Ich fahre durch mehrere wirklich schmale Tunnel und frage mich, was für einen Stress das ergibt, wenn zwei Wohnmobile sich entgegenkommen. Der zweite Tunnel ist besonders schlimm. Schmal, dunkel, schlecht beleuchtet, die Straße voller Schlaglöcher und Spurrillen. Auf dem Motorrad sieht man per se schon schlechter. Und dazu dann noch ein merkwürdiger Schmodder auf dem Asphalt, der mir bei normaler Fahrt plötzlich das Heck wegreißt. Ungut. Das Wetter wird leider immer schlechter und als ich am Parkplatz angekommen bin, kommen bei einem Blick nach oben die Zweifel. Zwar gehen ein paar Leute rauf, aber nur damit ich in der Suppe stehe und mich voll regnen lasse - nein, das bringt’s einfach nicht. Ich muss leider wieder abbrechen. Die ganze Strecke wieder zurück. Die Temperatur fällt auf 10° und es regnet permanent.

Also ab zur Fähre und ich freue mich auf dieses eine Stück Weg, das ich seit 2017 nicht mehr gefahren bin. Erstmal 1,5h warten. Dabei beobachte ich Teenagermöwen, die in ihrer gebückten Haltung Monty Burns gleichkommen - schön den Kopf unter die Schultern und genüsslich durch die Gegend schreiten. Die drei Schweden, die ich vor kurzem getroffen habe, stehen plötzlich hinter mir in der Reihe. Welch ein netter Zufall. Dann kommt die Fähre. Die ersten Autos kommen raus und mit ihnen ein Decksmann, der zu den PKW vor mir geht und was sagt. Ich höre es schon von weitem - die Fähre ist kaputt. Das Ersatzteil für den Hilfsmotor ist auf dem Weg, dauert aber vermutlich 6-7h - wenn sie heute überhaupt weiterfährt. Nicht wirklich. Die Alternative sind 150km Umweg über die E6 und dann die E8. Kannst vergessen. Hilft aber nichts, ich muss weiter. Zumindest nach Tromsø. Die Fahrt gestaltet sich als naß und kalt. Völlig ausgefroren komme ich in Tromsø an und verschlinge erstmal ein paar Burger. Weiterfahren? Nein, ich will mir nochmal die Stadt ansehen, die ich so sehr liebe. Außerdem bin ich körperlich wirklich durch. Also buche ich ein Hotelzimmer und kann so auch gleich alles nochmal vor dem letzten großen Kraftakt trocknen.

Was lerne ich daraus? Pläne sind manchmal gut und schön, die Realität zerstört sie aber ohne Rücksicht auf Verluste und man muss eben neue Wege finden.

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Langstrecke.

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