Auf Regen folgt die Sonne, folgt der Regen.
Tag 15
284,2km
Insgesamt: 4755,5km
An sich handelt es sich um eine reine Transferstrecke Richtung Andenes auf den Vesterålen. Die ständigen Regennester lassen wenig Spielraum für Wanderungen übrig. Die Temperatur hat sich auf 9-13° eingependelt. Dazu der Wind.
Ich fahre einen Umweg von fast 200km um eine alte Bunkeranlage gegenüber von Narvik anzusehen. Bei Ankunft regnet es abermals und die Bunker sind alle zubetoniert. Sehr ungewöhnlich für Norwegen, ist doch sonst überall alles zugänglich. Sehr Deutsch irgendwie. Schade. Nun denn, wieder zurück in den Norden.
Am Horizont immer wieder dieses Wechselspiel aus Licht, Wolken, Wasser und den Bergen. Man fährt, sieht etwas, was man fotografieren möchte, doch nach Sekunden ändert sich das Licht und die Stimmung fällt in sich zusammen. Über mir kreist plötzlich ein Adler. Ich bleibe an der nächsten Gelegenheit stehen, packe die Kamera hervor und - nichts. Er ist weg, schade. Immerhin habe ich ihn kurz gesehen. Die Straße westlich der Vesterålen ist wirklich erfahrenswert. Schroffe Klippen, bizarre Bergstrukturen, die in der Ferne aufploppen. Daneben zum Zeil azurblaues Wasser, man fühlt sich wie in der Karibik. Wären da nur nicht die Temperaturen.
Am Abend knackt mir eine Zeltstange an, der Supergau. Notdürftig repariere ich sie mit Kabelbinder. Mal sehen, wie lange das halten wird. Hier oben bedeutet das ein neues Zelt zu kaufen, tagelang auf eine neue Stange warten ist nicht drin.