Ein Fels

Tag 5&6

Kurz vor Lindesnes – Preikestolen - Bergen

Tag: 457km

Insgesamt: 2782,6km


Lindesnes. Der Morgen beginnt sonnig. Die Fahrt Richtung Norden ist der Traum. Kurvige Nebenstraßen, links - rechts, rauf und runter, kuppeln, schalten und wieder schalten – das ist genau das, wo der MX5 glänzen kann. Genial. Doch meine Freude am Fahren wird abrupt unterbrochen. Die Straße endet urplötzlich in einem Schotterweg. Na gut, hilft nicht. Mit Schleichfahrt bewege ich mich vorwärts. Die kleinen Herausforderungen des Alltags, wenn man in Norwegen im Navi „Schnellstraßen vermeiden“ eingibt. Wenigstens bekommt der Bock langsam eine Roadtrip Patina.

Tatsächlich verläuft der Weg zum Preikestolen ohne Probleme. Typisch Norwegen eben. Niemand fährt Dir auf, Tempomat bei 60 oder 80 rein und einfach laufen lassen. Stundenlang. Vollkommen unproblematisch. Aber tatsächlich ist es so langsam, dass ich nach 3 Stunden Fahrt schon so müde bin, wie ich es nach 1000km Autobahnheizen in Deutschland nicht bin. Regelmäßige Pausen sind nicht nur Pflicht, sondern auch wohltuend und sinnvoll. Die Rastplätze sind häufig zu finden und liegen immer in wunderbarer Lage. Toiletten, sauber, Bänke und Tische. Traumhaft.

Die Nacht im Basislager ist mit 8 Grad schon deutlich kälter. Dennoch habe ich mich mittlerweile an das Klima gewöhnt und es macht mir nichts mehr aus.

Um vier Uhr morgens klingelt der Wecker und erstmal muss alles zusammengepackt werden. Als ich am Parkplatz des Preikestolen ankomme, bin ich einer der ersten. Der Weg beginnt steil und führt durch den Wald über große Stufen und Steine stetig bergauf. Die Sonnenstrahlen stechen vereinzelt durch die Äste durch. Der Nebel lässt sie in einem mystischen Licht erscheinen. Nach gut einer Stunde komme ich an der Klippe an, die 600 Meter senkrecht in die Tiefe führt. Eine Herausforderung, der ich mit meiner Höhenangst aber ganz gut begegnen kann. Der Blick auf den zu meinen Füßen liegenden Lysebotnfjord und in die Ferne ist schlichtweg atemberaubend. Der Preikestolen ist Nebensache, als auch die Instagramer, die einer nach dem anderen immer dieselben Posen nachstellen. Gähn. Die Outfits der Frauen, die quasi im Bikini den Berg erklommen haben, amüsiert mich. Instalife halt, aber eher weniger für den Berg geeignet. Beim Runtergehen kommen dann erst die Massen. Ich bin froh bereits so früh aufgestanden zu sein. Wahnsinn, was sich da alles auf den Weg gemacht hat. In Sandalen, mit dem Schoßhündchen und im Greisenalter. Laut, unpassend und abstoßend. Jeder, wie er will, aber für mich sind diese Massen nichts. Erwartet habe ich es schon, bin aber froh ansatzweise meine Ruhe gehabt zu haben.

Weiter geht’s Richtung Bergen, wo man feststellt, warum die Norweger lieber fliegen, als mit dem Auto zu fahren. Für 88 km veranschlagt mein Navi 2:23h. Klar, man kann nicht schnell fahren und dazwischen ist noch eine Fähre. Bergen, ach Bergen…

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Hängengeblieben zu sein kann auch Spaß machen.

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Der Süden