Immer der selbe wahnsinns Ausblick und die BRD wäre schonmal durchradelt!

Tag 11

120,10km - 7:24:30h - insgesamt: 1155,15km

Sonnenuntergang 22:24

Sonnenaufgang 4:10


Der Weg geht weiter. Ich verlasse Namsos in Richtung Norden. Ein Tunnel ist für Radfahrer gesperrt und so muss ich über den Berg drüber. Die Strecke gestaltet sich über den ganzen Tag sehr hügelig, ich pendle zwischen Land und Meer hin und her. Anstrengend. Das Wetter ist grundsätzlich warm, teilweise aber bei Berabfahrten fürs Shirt zu kalt und auf der Ebene für den Pulli zu warm. Schwierig. Eine Regenwolke jagt mich von hinten, zieht aber letztendlich östlich an mir vorbei! Immer mal wieder kurzer Nieselregen. Danach Sonne. So spule ich Kilometer um Kilometer in den Wäldern oder am Fjord ab und staune nicht schlecht, als mir plötzlich ein Auto mit Grazer Nummernschild entgegenkommt. Ich zeige den Daumen nach oben und winke aufgeregt. Ebensolches wird mir erwidert. Ich freue mich und fahre weiter.

Immer wieder haben die Erbauer dieser einsamen Straße gewaltige Schneisen in das Gestein gesprengt, um ein einfacheres Vorankommen zu ermöglichen. Beim Durchfahren dieser kann man gut die einzelnen Gesteinsschichten erkennen und wie diese ineinander verschlungen nach außen treten. Man kann nur erahnen, welche Krafteinflüsse dafür notwendig waren. Plötzlich kommen mir Dutzende Autos auf einmal entgegen, ungewöhnlich. Ich denke mir, das wird die Fähre gewesen sein. Mitten im nirgendwo stehe ich dann an einer roten Ampel vor einer einspurigen Brücke. Ich warte. Und warte. Nach fast 10 Minuten und immer noch rot fahre ich einfach rüber. Es kommt mir, wie auch sonst, niemand entgegen.

Wie es das Schicksal so will, verpasse ich meine Fähre um nur ein paar Minuten, ich kann sie gerade noch davonfahren sehen. So lege ich mich auf den warmen Asphalt und döse vor mich hin. Nach über einer Stunde kommt die Nächste. An Bord stelle ich fest, dass das Auto aus Graz neben mir steht. Ich spreche die Insassen an. Ein älteres Pärchen ist hellauf begeistert, schenkt mir ein Packerl Mannerschnitten und eine Tafel Milkaschokolade. Wir unterhalten uns die gesamte Überfahrt und ich bekomme wertvolle Tipps von absoluten Norwegenexperten. Danke dafür!

Ich verlasse die Fähre wieder und spüre, was windexponiert bedeutet. Habe ich doch sonst die ganze Fahrt Rückenwind, bläst er mir hier für ein kurzes Stück frontal entgegen. Sehr anstrengend! Bäume und Sträucher helfen hier etwas. Ich mache kurz Pause und esse eine Elchwurst. Schmeckt gar nicht mal so intensiv wie ich gedacht habe. Nach Huhn schmeckt es aber nicht.

Boote sehen hier nicht mehr wie Freizeitplastikbomber aus, sondern sind mit ihrem steilen Bug durchaus hochseetüchtig. Es geht immer nur auf und ab, durch Wälder, an Schären und zwischen gewaltigen Bergen durch. Der Fjord mal links, mal rechts.

Auffällig sind die vielen alten amerikanischen Autos, die mit ihren V8 immer wieder an mir vorbeiblubbern oder in den Garagen der Häuser stehen. Ein krasser Gegensatz zu den ganzen Elektroautos von der reicheren Stadtzone. Man sieht Fischzuchtkessel und Muschelbänke im Meer.

Ich befinde mich jetzt offiziell nicht mehr im südlichen oder mittleren Norwegen, sondern im Berzirk Nordland!

Zurück
Zurück

Entscheide Dich!

Weiter
Weiter

Ob's stürmt oder...