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Tag 12

106,61km - 6:10:31h - insgesamt: 1261,76

Es hat geregnet. Nasses Zelt einpacken, los geht's, weiter auf der Reichsstraße 17 Richtung Norden! Keine 500m weiter, stop. Regenklamotten anziehen. Weiter.

Ich lasse die drei markant spitzen Berge an deren Fuße ich mein Nachtlager hatte hinter mir. Einige Kilometer weiter fahre ich mit Vorfahrt auf eine Kreuzung zu. Eine alte Dame kommt von rechts, schaut mich an und fährt 10 Meter vor mir raus. Es ist ja nicht so, dass ich in meiner knallroten Kleidung schlecht zu erkennen wäre. Ich fahre hinter ihr durch. Aber man darf ja nichts sagen!

Fjorde sind grundsätzlich was tolles. Wenn ich 7km fahren muss um 500 Meter Höhengewinn zu machen und die Straße, auf der ich grade gekommen bin drüben sehe, "ärgert" man sich schon.

Der Regen lässt nach, super denke ich mir, ich ziehe die Regenklamotten aus. 3 Minuten später habe ich sie wieder an.

Von weitem sehe ich meine 1. Fähre einlaufen. Nicht schon wieder. Ich gebe Gas. Plötzlich sehe ich nur 20 Meter neben mir wieder eine Elchkuh, die nicht ganz so schreckhaft wie die erste ist. Aber ich muss die Fähre erwischen. Verdammt! Ich hetze mich weiter. Tatsächlich schaffe ich es als letzter an Bord zu gelangen, Sekunden später klappt die Schleuse runter und wir legen ab. Glück gehabt. Kraft hat es gekostet. Aber der Elch...

An Bord komme ich mit zwei Damen aus Wels ins Gespräch. Die See ist spiegelglatt, Ebbe. Beim Radfahren interessant, da kein Wind. Tatsächlich habe ich auf der gesamten Tour nur kurzzeitig Gegenwind, was am Meer doch eher die Ausnahme ist. Möwen kreischen. Ich verlasse die Fähre und fahre weiter.

Regenklamotten aus und Minuten danach wieder an. Das Wetter soll sich bitte endlich mal entscheiden, denke ich mir. Ein älterer Mann mit weißem Hut in einem 20 Jahre alten Jaguar Cabrio überholt mich bei etwas mehr als Nieselregen - offen fahrend! So wird's gemacht, murmle ich. Einige Zeit später werde ich von den zwei Welser Damen überholt, die mich anhupen und fröhlich winken.

Ein paar kleine Hügel auf einer ansonsten sehr flachen Etappe. Die Sonne scheint jetzt. Regenklamotten aus, später auch die lange Hose gegen die kurze eintauschen. Pulli weg. Rechts von mir hohe Felsmassive ohne Bewuchs, hin und wieder Wasserfälle, die von ganz oben nach unten ins Meer fließen. Immer wieder Felsblöcke, die größer als ein Haus sind. Da möchte man nicht davor stehen, wenn die runter kommen.

Auf die 2. Fähre warte ich fast eine Stunde in der Sonne. Aber so kann ich die Zeit nutzen indem ich meine Regensachen rauslege und trocknen lasse. Danach gehts auf der R17 weiter. Ohne Autoverkehr. Alle Stunde kommt von hinten ein Pulk, immer dann, wenn eine Fähre eine neue Ladung ausgespuckt hat. Ansonsten - nichts. Traumhaft. Die Straße gehört mir.

Um 19:40 betrete ich dann nach 1 1/2h Warten die 3. Fähre des heutigen Tages. Diese ist erst 2017 vom Stapel gelaufen und demnach in hervorragender Verfassung. Ich sitze windgeschützt mit herrlichem Ausblick in einem Ledersessel und genieße die 40 Minuten dauernde Fahrt.

Nach weiteren 6 Kilometern erreiche ich meinen Zeltplatz für die Nacht und freue mich auf eine Eierspeise mit Elchfleisch, sowie die verdiente Nachtruhe.

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Ein bisschen Pause!

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Immer der selbe wahnsinns Ausblick und die BRD wäre schonmal durchradelt!