Kalt, Dreckswetter und Blechlawine

Tag 7

81,62km - 3:56:58h - insgesamt: 665,58km


Die Nacht war der Horror. Das Zelt komplett nass, 9° und starker Dauerregen. In der Früh quäle ich mich auf. Ich habe schlecht geschlafen. Schlafsack feucht, Kleidung vom Vortag ebenso. Zusammenpacken, ab aufs Rad. Die ersten Kilometer angehen.

Die Laune ist echt im Keller. Es regnet ununterbrochen und das bei 10°. Da macht nichts mehr Spaß. Nach ca einer Stunde frieren nehme ich eine heiße Dusche bei einem Zeltplatz auf dem Weg. Danach ist alles besser. Der Regen wird leichter, hört am Ende ganz auf. Zufälligerweise genau in Hjerkinn, dem trockenstem Ort Norwegens.

Ich fahre mit nur leichter Steigung abermals auf 1050 Meter rauf und genieße ein spektakuläres Bergpanorama.

Die Abfahrt wäre an sich nicht minder spektakulär. Ich folge dem Fluss Driva, der sich über Jahrtausende immer tiefer in den Fels gefressen und so eine spektakuläre Schlucht hinterlassen hat. Warum wäre? Weil ich die Straße mit hunderten Wohnmobilen und Autos teilen muss. Mir bleiben 0-30cm auf der Seite der Straße, wobei die weiße Begrenzungslinie eine Auftragdicke zwischen bestenfalls gleich null und mehreren Millimetern hat. Bei ganz viel Pech ist die Seite der Straße noch ausgefräst und man muss ständig Angst haben aus der Spur getragen zu werden. Bei der Wahl rechts steiniger Abgrund und links Straßenverkehr kann ich die Schlucht und ihre zahlreichen Wasserfälle nicht wirklich genießen. Ich fahre angespannt die an sich tolle Abfahrt hinunter. Das geht wirklich besser!

Kurz vor Oppdal schlage ich mein Zelt für die Nacht auf. Das Klima ist deutlich angenehmer, kein Wunder, ist es auch mehr als 400m tiefer gelegen als mein letztes Nachtlager. Weidevieh steht auf saftigen Wiesen. Die Landschaft ähnelt allgemein dem Alpenbereich sehr. Nur eben viel extremer. Ich kann endlich meine Sachen aufhängen und trocknen lassen. Auf den Bergen sind vereinzelt Schneefelder zu sehen.

Ich bin nur noch ca 120km von Trondheim entfernt. Das Schöne ist: die großen Kletterpartien habe ich jetzt hinter mir! Das Schlechte: Am Meer kommt der Wind zurück!

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Supergeil, läuft und der zählt jetzt aber!

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Darauf konnte einen keiner vorbereiten und ich hab welche gesehen!