Zwei Riesen und ein Haufen Wasser!

Tag 20

100,56km - 6:01:29h - insgesamt: 2019,73km

Sonnenuntergang 22:13

Sonnenaufgang 3:30

Ich fahre die ersten 25km zur Fährstation nach Andenes. Auf dem Weg üben zwei F16 Kampfjets den Formationstiefflug. Ein Spektakel. Zweimal passieren sie mich. Die Bergkette wo ich heute hin muss ist klar zu erkennen. Das Wetter ist soweit gut, aber die Wolken kommen auf mich zu.

Andenes hat einen kleinen Flughafen, welcher hauptsächlich militärisch genutzt wird. Ganz im Norden der Fähranleger. Ich warte eineinhalb Stunden. Neben mir einige auf Päckchen liegende Fischerboote, ein SAR Schiff und ein paar Blauwassersegler. Ich treffe wieder auf drei Italiener von vorgestern. Wir haben das selbe Ziel. Allerdings haben sie erst in Trondheim mit ihrer Reise begonnen und sind dementsprechend noch relativ unverbraucht und frisch.

Immer wieder kommen militärische Transportflieger in einer steilen Kurve runter, deren Abgasstreifen sich klar gegen den blauen Himmel abgrenzen.

Die 80 Meter lange Fähre läuft ein und öffnet langsam ihren mit Rostnasen verzierten Bug. Autos und Menschen raus, neue Fracht rein. Auf geht's. Auch ich schiebe mein Rad hinein und mache es mir dann im Salon gemütlich. Die Aussicht ist atemberaubend, egal ob man nach vorne oder nach hinten blickt. Es geht rüber zum Gryllefjord.

Festgemacht und nach den Autos raus aus dem alten Seelenverkäufer. Den Fjord passiere ich über eine Brücke direkt in einen Tunnel, wo ich erstmal einen Kilometer bergauf fahren darf. Mit der Zeit wird die Straße immer hügeliger - kein Wunder, heißt die Kommune hier doch treffend: Berg. Ich folge der Küstenstraße, die zum Teil kaum breiter als ein LKW ist. Immer wieder kleine Inseln mit draufstehenden Häusern, welche mit Hängebrücken mit dem Festland verbunden sind. Sehr romantisch.

Ein Schild gefällt mir gar nicht. Vorsicht 9% Steigung auf 4km. Na super. Nach 200m dann auch noch Ölzeug anziehen, der Regen entwickelt sich zum Tropenguss. Oben ein Tunnel. Ich fahre hindurch und bin noch Ko von der Auffahrt. Dann sehe ich den weltberühmten Blick auf den Bergsfjord. Alle Anstrengung ist augenblicklich vergessen und ich freue mich nur noch hier zu sein.

Immer wieder passiere ich Steigungen, Tunnel und der Regen hält insgesamt 5 Stunden an. Es fällt mir schwer die Gänge einzulegen, meine Finger sind steif vor Kälte. Die Schönheit der Fjorde und Berge sehe ich irgendwann nicht mehr. Ein riesiger Fischkutter macht sich im Nebel auf den Weg um uns mit Tonnen von Fisch aus der Tiefsee zu versorgen. Ein spannender Anblick. Aufgeweicht und verkühlt erreiche ich nach einer Abfahrt mein Nachtlager und habe mich selten so auf eine warme Dusche gefreut. Ich habe heute den Gryllefjord, den Bergsfjord, den Mefjord und noch ein paar andere kleinere durchfahren. Nebenbei habe ich die 2000km voll gemacht. Eine unglaublich große Zahl, wenn man sie auf dem Fahrrad erlebt hat. Aber ich bin noch nicht am Ende meiner Reise.

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Andiamo!

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Nicht schon wieder...! &@#$%.