Nicht schon wieder...! &@#$%.

Tag 19

111,4km - 5:59:56h - insgesamt: 1919,17km

Sonnenuntergang 22:24

Sonnenaufgang 3:39

Ich werde munter und realisiere, dass es zwar nicht regnet, aber geregnet hat. Aufstehen, Morgenroutine: zusammenpacken, Zelt abbauen. Es ist frisch. Mein Weg führt mich in die Stadt, wo ich meinen gestrigen Verlust ersetze. Ein neuer Pulli und ein Halstuch, beides kann ich heute gut gebrauchen!

Nach ca 20km stelle ich mein Rad ab um meine Regenjacke zu holen. In dem Moment fährt ein LKW vorbei und das Rad droht umzufallen. Ich stütze es, aus meiner Lenkertasche fällt mein Handy raus und landet trotz Hülle auf der falschen Seite. Als ich es aufhebe und umdrehe, kenne ich mich schon aus. Ja, ich habe schon wieder ein iPhone auf einer Radreise ruiniert! Glas zersprungen - so fängt man gerne einen Tag an. Falls irgendwann keine Berichte mehr kommen, bin ich entweder als vermisst anzusehen, mein Telefon ist wegen Feuchtigkeit über den Jordan gegangen oder die Reise ist beendet!

Kindergartenkinder winken mir zu. Ich freue mich wieder. In Sortland sehe ich endlich das erste Mal ein Schiff der Hurtigruten, die Kong Harald. Immer wieder winken mir Menschen zu. Dieses Land ist eben nicht so in Selbsthass zerfressen und seit den 68ern in einer "Ich" Gesellschaft aufgegangen, als in Deutschen Gefilden, mutmaße ich. Da bleibt noch mehr Menschlichkeit und Wärme füreinander.

Meine rechte Kniemuskulatur schmerzt. Ich fahre mittlerweile auf einem Hämatom, welches untertags anschwillt und nachts wieder verschwindet. Mein linker Nackenmuskel zieht. Vor zwei Jahren war es der Rechte. Man spürt, was man schon an Kilometern runter hat.

Da kommt es mir sehr entgegen, dass die heutige Etappe relativ flach und aus zum Teil Kilometer langen Geraden besteht. So schaffe ich dann auch einen Schnitt von 18,5km/h. Die Straße ist gegen Ende aber durch Frostschäden stark vernarbt. Es hat 8°. Kombiniert mit dem nassen Wetter ist es nicht unbedingt die schönste Art seinen Tag zu verbringen. Aber weiter, immer weiter! Ein alter Friedhof neben der Straße. Man erkennt nur die Spitzen der höchsten Gräber, die aus dem hohen Gras noch herausragen. Irgendwie traurig. Neben der Straße immer wieder eine Blumenart, die mit ihrem kräftigen Fliederton Farbe in die triste Gegend zaubert. Ich sehe ein Auto am Wegesrand mit Halleiner Kennzeichen und sage hallo. Es handelt sich um einen Arzt aus Golling. So klein ist die Welt.

Die Lofoten habe ich jetzt fast komplett abgefahren. Morgen geht es in die nördlichste Stadt und dann mit der Fähre eine Insel weiter in Richtung Tromsø.

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Zwei Riesen und ein Haufen Wasser!

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Schön, saublöd und läuft!