Einmal Hippie, immer Hippie!

Tag 7

105km

Insgesamt: 1942km

Die ganze Nacht regnet es. Wirklich schlechtes Wetter. Je weiter ich aber nach Norden fahre, bessert es sich.

Es geht immer an der Küste entlang, durch uralte Dörfer mit ihren kleinen Straßen. Keine Touristen weit und breit, so mag ich es. Das langsame Reisen gefällt dem Jimny und mir. Ganz anders, als der Wahnsinn sonst. In der Nacht fällt die Temperatur schon auf 13°.

Angekommen in Thyborøn, wo ich abermals mehrere Heeresküstenbatterien begutachte. Während des Ersten Weltkriegs fand hier im

Jahr 1916 100 Seemeilen vor der Küste die größte Seeschlacht der Weltgeschichte statt - auch bekannt als Skagerrakschlacht. 8.645 Deutsche und britische Seeleute fanden hier ihr nasses Grab. Der Kanonendonner war so gewaltig, dass er in Thyborøn zu hören war. Die Schlacht dauerte 12 Stunden. Als sie vorbei war, lagen 25 Schiffe auf dem Meeresgrund. Für die Gefallenen beider Nationen steht hier ein Gedenkpark mit durchaus gelungenen Mahnmalen.

Zwischen den im Zweiten Weltkrieg errichteten Bunkern lausche ich dem Gespräch eines Pärchens:

Er: „Da ist ein großes Felsding! Da geh ich jetzt hin!“

Sie: „N Bunker? Och nööö!“

Gott sei Dank bin ich alleine unterwegs, denke ich mir.

Der feine gelbe Sand hat mittlerweile jede Ritze meines Autos erobert. Die Fenster knirschen beim öffnen. Ohne Klimaanlage, sind diese aber daueroffen - bei angenehmen 20°, die sich aber viele heißer anfühlen. Auch von außen sieht der Würfel, im Gegensatz zu den meisten anderen Autos, mittlerweile gut eingesaut aus - mehreren off-road Passagen sei Dank.

Auch wenn die Tage wenig körperliche Anstrengung beinhalten, gehe ich doch 15-20km über die Sandstrände. Am Nachmittag bin ich dann meist so fertig, dass ich sehr früh einschlafe.

Da ist mir der Lärm auf den Campingplätzen meist egal. In Dänemark leider notwendig, da Wildcampen verboten ist - ich freue mich aber schon, wenn das vorbei ist.

Am Abend gehe ich nochmal an den Strand. Dort tanzen die Hippies von heute, deren Kinder dann doch mehr von den Bunkern begeistert sind und auf dem Parkplatz parkt die halbe Freiwillige Feuerwehr einer größeren Stadt - nur jetzt eben zu Campingmobilen umgebaut.

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