Tag 12 – Von Höllenottern, verschlossenen Türen und Bond-Feeling
Bud-Kristentrøa
186,3 km
Gesamt: 3541,4 km
Die Nacht war… sagen wir mal „musikalisch“. In den Sturmböen spielte der Wind auf der Zeltplane ein Schlagzeugsolo, das jeden Festival-Schlagzeuger neidisch gemacht hätte. Ab zwei Uhr legte der Wettergott dann eine Pause ein – vermutlich um auch mal zu schlafen.
Heute sollte es endlich ins Bunker- und Heimatmuseum in Bud gehen – ein Ziel, das ich seit Jahren auf meiner Liste habe. Die Fahrt dorthin? Ein Klacks. Frühstück geholt, kurz bei ein paar vorgelagerten Stellungen der HKB 17/976 Bud der Artilleriegruppe Möre vorbeigeschaut, und schon stapfte ich durch ein Naturparadies aus Moosen, Farnen und Flechten.
Plötzlich – eine Ricke! Und zwei Kitze, fast schon jugendlich, die Punkte im Fell kaum noch sichtbar. Wenige Meter weiter taucht noch ein viertes Reh auf. An der Küste. Zwischen Bunkern. Norwegen überrascht immer wieder.
Dann ein schwarzer Strich auf einem Stein. Mein „Bunker-Detektor-Auge“ denkt sofort: Kabel! Doch das Kabel… bewegt sich. Eine Kreuzotter. Pechschwarze Schönheit, offiziell Vipera berus, inoffiziell „Höllenotter“. Ich beschloss, das Tier weder zu streicheln noch für ein Selfie hochzuheben. Wir trennten uns im gegenseitigen Einvernehmen.
Zurück am Museum dann der Schock: Es hatte gestern seinen letzten Öffnungstag der Saison. Seit Jahren warte ich auf diesen Moment – und verpasse ihn um genau 24 Stunden. Das erinnert mich verdächtig an die legendär verpasste Kanone in Trondheim.
Also weiter Richtung Atlantikstraße. Wenig Verkehr, aber die Szenerie ist immer noch wie aus einem Bond-Film. Kein Wunder – sie war tatsächlich mal eine James-Bond-Kulisse, wenn auch nur für ein paar Sekunden.
Der Tag endet spektakulär: Stellplatz direkt am Wasser, ein Platzregen zieht vorbei – und dann erscheint ein doppelter Regenbogen. Beide Enden klar sichtbar. So breit, dass nicht einmal mein Weitwinkelobjektiv reicht. Das Handy übernimmt – und fängt den Wahnsinn ein.