Tag 11 – Von lüsternen Dorschblicken, Ottern und Sturmgeflüster
Ålesund-Bud
145,1km
Insgesamt: 3355,1
Zurück in Ålesund. Diesmal ganz nah an die Küste – und direkt ins örtliche Aquarium. Vor vier Jahren war ich schon mal hier, aber hey: Manche Orte altern einfach nicht, sie werden nur noch besser.
Drinnen ziehen riesige Dorsche an uns vorbei, als wären sie die gemütlichen Busfahrer des Ozeans. Daneben stehen XXL-Krabben, die uns mit demselben Ausdruck anschauen, mit dem man sonst nur einen Kassenbon nach dem Ikea-Besuch mustert: leicht verwirrt und ein bisschen verurteilend. Hässliche Vögel gibt’s auch – und zwar so hässlich, dass man fast Mitleid mit ihnen hat… fast. Dazwischen kann man mit einer Angel und Shrimp am
Haken auf Krabbenjagd gehen oder die Seitwärtsgeher einfach nur streicheln.
Draußen wird’s richtig beeindruckend: Ein Meerwasserbecken, nur durch eine Steinwand vom echten Atlantik getrennt. Darin plantschen ein paar Seehunde, als hätten sie nichts Besseres zu tun (haben sie vermutlich auch nicht). Gleich daneben wohnen peruanische Pinguine – die vermutlich immer noch überlegen, wie sie hierhergekommen sind – und ein paar Otter, die aussehen, als hätten sie den ganzen Tag Spaßurlaub gebucht. Die Gehege sind so groß, dass man sich keine Sekunde Sorgen um das Tierwohl machen muss. Fun Fact: Das Aquarium ist buchstäblich auf die Küste gebaut – drinnen sieht man noch den echten Fels im Raum.
Nach diesem tierischen Vergnügen geht’s noch kurz nach Ålesund-Stadt. Zwischen den verschnörkelten Jugendstil-Fassaden, bunten Häuschen und kleinen Cafés könnte man locker Stunden verbringen (und allerlei essen). Aber wir haben noch ein Ziel: Bud – den Anfang der legendären Atlantikstraße.
Kaum angekommen, zieht ein Sturm auf. Wind heult, Regen peitscht – und wir stehen bereit für eine weitere Nacht im Dachzelt…