DA SIND SCHAFEEEEEE!!!!!!!…..
Tag 5
382,4km
Insgesamt: 2035,9km
Stavanger-Hardanger
In der Nacht regnet es stark. Wenn es weniger stark regnet, kann man die Brandung hinter den Dünen hören. Um Stavanger rum ist wenig norwegische Romantik zu finden - zu viel Normalität rund herum, zu viele Menschen, zu viel Alltag.
Ab geht es auf die erste Landschaftsroute des Tages: Ryfylke. Sie führt etwas östlich von Stavanger Richtung Nordosten in die Berge. Am Anfang bin ich unbewältigt, gleicht sie doch eher dem „normalen“ Norwegen. Wenig Attraktionen, viel Regen, alles grau in grau. Doch irgendwann ändert sich das. Die Straßen werden enger, sie gehen höher hinauf. Die Berge tragen noch ihr Winterkleid, Schnee ist allgegenwärtig. An einer Gabelung entscheide ich mich für die rechte Abzweigung, was sich dann als goldrichtig herausstellen sollte. Viele Sehenswürdigkeiten, die zwar sehr bekannt sind, aber ich noch nie bereist habe, kommen mir unter. Zum Beispiel die berühmte Insel mit der kleinen Hütte in Lovrafjorden, oder der einsame Baum mitten im See.
Am Ende der Tour kommen noch ein paar Wasserfälle wie der Flesefossen, die durchaus sehenswert sind, auch wenn man sie schon einmal digital gesehen haben sollte.
Nach der Tour biegen wir rechts ab Richtung Osten - das Haukelifjell ruft. Zum ersten Mal geht es aufs Fjell, also in eine Baumlose Berglandschaft. Das Wetter klart am Ende sogar etwas auf und lässt einen Blick in die Weite der Berge zu. Ich denke darüber nach, dass im Norden die Rentiere gerne in Tunneleinfahrten Zuflucht vor dem Regen suchen und fahre weiter. Der nächste Tunnel kommt, ich schaue nach links auf den herannahenden LKW und im letzten Moment sehe ich auf meiner Seite ein ganzes Rudel Schafe - NOTBREMSUNG! (Und der Jimmy bremst wirklich nicht gut - ich sehe schon Schafgulasch vor meinen Augen). Wie durch ein Wunder kommt der Geländewagen aber noch rechtzeitig zum Stillstand - alle haben Glück gehabt.
Der Weg führt mich letztendlich wieder zurück nach Hardanger, dort, wo Kirsch- und Äpfelbäume wachsen. Etwas oberhalb des Fjords soll die Übernachtung stattfinden - der Blick aufs Tal ist atemberaubend. Der Nebel hängt im Tal, Wolken ziehen durch die schneebedeckten Gipfel. So kann es weitergehen.