Holz vor da Hittn.
Tag 24
709km
Insgesamt: 9059,9km
Weiter gehts Richtung Süden. Das Wetter ist angenehm, ich fahre erstmals seit Deutschland wieder ohne Pulli und Innenjacke. Es geht off-road weiter. Die Wahl der off-road Strecken hier oben besteht aus Sand, Schotter oder Asphalt. Sand ist gefährlich zu fahren. Nur nicht stehen bleiben, sonst gräbt man sich ein und fliegt gern um. Schotter variiert zwischen grobem Schotter (verhält sich ähnlich wie Sand), sehr feinen
Schotter (kein Problem) und komprimiertem Schotter (Autobahn). Mitten im nirgendwo sind dann mal wieder 1km Asphalt. Je nach Untergrund variiert die Geschwindigkeit zwischen 20 und 100. Wenn man Pech hat erwischt man einen Acker, da kann man froh sein, wenn man überhaupt durchkommt. Ein Stein fliegt bei voller Fahrt gegen die Stahlkappe meines Schuhs. Der Schotter knackt unter den Reifen. Die Rauchwolke, die ich hinter mir herziehe, ist hunderte Meter lang. Oftmals fahre ich über Strecken, die im Winter für Skidoos reserviert sind. Die haben sogar eigene Wegweiser. Auf der Schnellstraße kriecht dann eine Kolonne Wohnmobile mit 30 über eine Baustelle, die mit Schotter gefüllt ist. Da ich jetzt ja versierter Schotterfahrer bin, überhole ich lässig 15 Weißwaren.
Man gewöhnt sich schnell an die Geschwindigkeiten auf Schotter. Woran ich mich aber nicht gewöhne ist die Monotonie hier oben. Außer Wald bekomme ich nichts zu sehen. Den Übertritt des Polarkreises habe ich gänzlich verpasst. Für mich bietet Norwegen hier auf voller Länge einfach mehr.
Vorteilhaft in Schweden ist die Möglichkeit auch am Sonntag einkaufen zu gehen. Nachteilig, an nicht mehr allen Tankstellen kann man mit Karte direkt an der Zapfsäule zahlen.
Überall diese getunten Volvos, zu denen der TÜV beim ersten Anblick schon nein sagen würde, weil zu tief, zu stark oder zu laut. Da greift Oma Erna beim Anblick gleich hektisch zum Telefon und ruft die Polizei an. In anderen Ländern aber gesteht man dem Bürger noch etwas mehr Freiheiten zu. Gut so.