Löchrig wie ein Schweizer Käse.
Tag 12
312km
Insgesamt: 4028,1km
Was ein Tag. Kein Regen, das Zelt ist trocken. Vor mir liegen 400km Asphalt an der berühmten Helgelandkyste. Aus Erfahrung weiß ich - das zieht sich. Allein sechs Fähren muss ich nehmen, außer ich drehe irgendwann um, dann könnten es weniger sein.
Rechts von mir Berge, links von mir das Meer. Zahlreiche Bunkeranlagen laden zum abermaligen Erkunden ein.
Da das menschliche Wesen von Löchern nahezu magisch angezogen wird, gönne ich mir die Wanderung zum Torghatten - einem Berg mit einem großen Loch in der Mitte. Der Blick durch das 35m hohe und 160m lange Ding auf die andere Seite ist atemberaubend.
Danach nehme ich einen Umweg in Kauf um eine Schotterstraße zu fahren. Langsam bekommt die Mühle einen gewissen used look, der mich von den meisten anderen Motorradreisenden unterscheidet. Gut so.
Immer wieder stelle ich Fotos meiner Radreise nach. Dieses Mal finde ich auch alle Plätze wieder. Am Abend besuche ich das riesige Küstenfort Grønsvik, das wie alle anderen Befestigungsanlagen Teil des Atlantikwalls ist. Später stelle ich mein Zelt direkt neben dem Wasser auf und beschließe noch „schnell“ auf den nächsten Hügel raufzuwandern. Die Schuhe bestehen nach nur 100m nur mehr aus Schlamm. Egal. Die Aussicht um 22 Uhr ist beeindruckend. Die Sonne geht grad in einem Farbenspiel aus gelb bis rot unter. Wirklich dunkel wird es auch danach nicht und um kurz nach drei geht sie schon wieder auf.