Träume muss man machen!

Tag 2&3

Nürnberg-Kurz vor Oslo

1666,2km

Gestern war ich einfach zu fertig, um den Tag noch zusammenzufassen und niederzuschreiben. Der Einfachheit halber fasse ich daher die beiden Tage als Anreise nach Norwegen zusammen.

Die Fahrt von Nürnberg nach Kiel verlief im Grunde wie geplant. Bis Hannover Vollgas, danach Stau. Die Baustelle ist eine Frechheit. Kilometerlange Absperrungen – aber natürlich keine Baumaschinen oder generell Arbeiten.

In Kiel stelle ich begeistert fest, dass mein Test, den ich fürs Camping brauche, wegen des Staus abgelaufen ist. Gott sei Dank habe ich aber liebe ortsansäßige Freunde, die mir dankenswerterweise Unterkunft und ein üppiges Abendessen dedizieren. Danke M&S!

Am nächsten Tag, also heute, stehe ich früh auf, da mein Test für die Einreisen nach Dänemark und Schweden zwar ganze 24h länger gültig sein darf als in Deutschland, aber knapp wird es dennoch. In Dänemark werde ich dann halbherzig vom Militär kontrolliert und darf meine Fahrt ungehindert fortsetzen. Bedenklich dunkle Wolken blicken auf mich herab und schicken immer wieder den ein oder anderen Schauer nach unten. Ich denke mir nur: „Hauptsache schneller fahren als der Regen ins Auto schlüpfen kann.“ Bei maximal zulässigen 130 km/h gar nicht so einfach. Dennoch fahre ich durch ganz Dänemark offen und bin das einzige Cabrio unter all den Caravans, Pampersbombern und SUVs. What a feeling. Die beiden Brücken (Storebaeltsbroen 18km und die Öresundbrücke knapp 8km) sind durchaus beindruckend und führen mich über die vom Sturm aufgepeitschte See vorbei an riesigen Windkraftfeldern. Möwen surfen im Wind direkt über der Fahrbahn, so dass ich ständig Angst habe, eines der Viecher mit meiner Windschutzscheibe zu torpedieren. Glücklicherweise handelt es sich aber um Profis. Dänemark darf ich leider nicht betreten – Risikogebiet. Schade. Das Legoland wäre schon mal wieder was gewesen.

Die Grenze zu Schweden passiere ich, ohne irgendetwas herzeigen zu müssen. Erster Halt - Burger King – Traditionen darf man nicht brechen. Was sofort auffällt – dieses ungewohnte Gefühl von Freiheit. Keine Maßnahmen, kein Bullshit, dafür aber Hausverstand. Schweden sieht immer noch sehr dicht bevölkert aus. Gut so. Die Fahrt durch Schweden auf der E6 kann ich nur als mittelmäßig bewerten. Versteht mich nicht falsch – die Aussicht ist wunderbar, wiederholt sich aber bei 110km/h ständig. Anspruchsloses Fahren – Kilometer runterreißen – hilft nicht. Was aber positiv auffällt sind die Radiosender. Hardrock vom Feinsten. Erstmal "Feuer frei" von Rammstein und andere Delikatessen. An der Raststation betrete ich das erste Mal Unisextoiletten. Irgendwie habe ich ständig die Angst verprügelt zu werden. Nun gut. Vorbei ziehen die goldgelben Weizenfelder und ein Regennest nach dem anderen ergießt sich über mir. Dann plötzlich das erste Elchwarnschild. Und immer wieder tanken. 500km Reichweite sind dann doch nicht das Wahre. Was sofort auffällt - die Schweden fahren deutlich wilder als die Dänen, die dann eher wie die Norweger unterwegs sind – schön passiv. Wald, einfach nur Wald, in unterschiedlichen Ausprägungen.

Danach eine Stunde in der prallen Sonne beim norwegischen Zoll anstehen. Meine Haut wird bald zu Leder. Jetzt bin ich aufgeregt. Muss ich etwa wieder umdrehen, weil nicht immunisiert? Nein. Der Beamte fragt mich zwar genau wo ich herkomme und wo ich hinwill – schmunzelt dann aber und lässt mich ohne irgendetwas zu verlangen weiterfahren. Puh – Glück gehabt. Endlich wieder in Norwegen. Die tiefstehende Sonne scheint die Weizenfelder an, in denen kleine rote und weiße Häuschen ihre Schatten werfen. Sofort ist alles viel schöner – oder bilde ich mir das nur ein?

Worüber ich sehr froh bin ist, dass ich den MX5 noch nicht tiefergelegt habe. Mein Kreuz ist durch, sitzen nur mehr schwer möglich. Aber keiner hat gesagt, dass es einfach ist.

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Der Süden

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Zeit für was Neues.