Narvik.
Tag 5 - 12km
Insgesamt: 110km
Narvik. Es geht mit dem Bus 220km in Richtung Osten in die Hafenstadt mit knapp 22.000 Einwohnern.
Das Wetter ist schlecht. Starker Regen und Kälte vermiesen mir die Nacht. In der Früh möchte ich eine kurze Regenpause dazu nutzen, zumindest mein Innenzelt trocken in den Rucksack zu bekommen. Fehlanzeige. Kaum habe ich das Außenzelt abgebaut, schüttet es wieder wie aus Eimern. Ein einmal nass gewordenes Zelt bringt man bei diesem Wetter so schnell nicht mehr trocken. So fängt der Tag schon herausfordernd an.
Zumindest kann ich mir auf der vierstündigen Busfahrt die raue Landschaft im warmen und trockenen Zustand ansehen. Fjord, Meer und Berge. Die Vegetation verändert sich. Irgendwann kommen nur noch große Waldflächen. Hin und wieder kleine typisch norwegische Ferienhäuser. Mitten im Nirgendwo.
Nachdem der Bus über die spektakuläre Halogalandbrücke nach Narvik einfährt, begrüßt mich die Stadt im Nebel und Starkregen. Auf den Bergen rundum liegt noch eine beachtliche Menge Schnee.
Ich beschließe trotzdem die paar Kilometer zu einem Deutschen Soldatenfriedhof zurückzulegen - das wollte ich schon vor 3 Jahren machen, bin aber nie dazugekommen. Narvik war wegen der strategisch günstigen Lage, der Rohstoffe aus Kiruna (Schweden), sowie des ganzjährig eisfreien Hafens von den Alliierten, als auch den Deutschen begehrt und umkämpft. Viele Salzburger und auch Kärtner Soldaten waren hier im Einsatz.
Narvik an sich ist weniger einladend. Eine typische Hafenstadt eben. Kleine Einfamilienhäuser, die sich um die Bucht in mehreren Reihen übereinander die Klinke in die Hand geben. Touristen finde ich wenig, bis gar keine. Ob das an Corona, dem Wetter, oder der Stadt liegt, kann ich nicht sagen.