Zu heiß!
8. Tag
25,4km
Insgesamt: 203,8km
Gestern Abend haben vier Pilger (Franzose, Norweger, Italiener und ein Deutscher aus der BRD) gemeinsam gekocht und zu Abend gegessen. Es wurde sich im Wechsel auf Deutsch Französisch, Italienisch und Englisch unterhalten. Ja, so geht Völkerverständigung, ohne dass man auf seine Identität verzichten muss.
Aus dem wirklich feinen Pilgerzentrum in Hamar geht es weiter zur direkt daneben liegenden Ruine Hamardomen, einer mittelalterlichen Kathedrale. Diese ist komplett eingebaut, um dem weiteren Verfall durch Wind und Wetter entgegenzuwirken. Der Weg führt an einem Kletterpark, einem Haus im See und einem liebevoll und authentischen Eisenbahnmuseum mitsamt funktionierender Schmalspurdampflok vorbei.
Der Tag verläuft großteils über Asphalt, manchmal durch kurze Waldabschnitte. Dort kreuzen immer wieder Ameisenstraßen meinen Weg. Schon interessant, um welch großartigen Mikrokosmos es sich hierbei handelt, läuft man doch meistens unachtsam darüber hinweg. Immer wieder kommt man sich vor wie in den VSA. Amerikanische Bigblock Geländewagen mit Rost, stumpfen Lack und Stollenbereifung stehen in den Einfahrten. Autos verrosten in den Einfahrten oder den Gärten. Müll liegt herum. Das Gras wuchert. Welch ein Kontrast zu den überaus gepflegten Anwesen mit Elektroautos vor den Türen.
Zusammenfassend kann ich sagen: wenig Schatten, unsägliche Hitze. Die Moral knickt daher immer wieder ein. Ich bin froh mein Nachtlager aufgeschlagen zu haben. Hoffentlich gehen die Temperaturen irgendwann ein bisschen runter!
Im unten beiliegenden Foto konnte ich meine Strecke der letzten Tage zurückverfolgen. Welch eine Aussicht.