Einfach perfekt!
Tag 7
32,4km
Insgesamt: 178,4km
Früh werde ich munter und fürchte mich schon vor diesem Tag. Keine Wolke am Himmel, die Wettervorhersage lässt schlimmes erwarten. 30° und mehr.
Die ersten 10km verlaufen durch den Wald und dieser bietet mir dann doch ausreichend Schutz vor der Sonne und auch die Temperatur lässt sich aushalten. Nach einer Abwärtspassage gelange ich abrupt zum Ende des Waldes und mir offenbart sich ein grandioser Ausblick auf endlos lange goldene Weizenfelder, die nur durch krass herausstechende rote oder weiße Bauernhöfe aufgelockert werden. In der Ferne sehe ich ein Etappenziel, die Kirche von Stange. Der Punkt von dem aus ich diesen Blick genießen darf heißt Feginsbrekka. Fegin bedeutet freudig. Pilger erblickten hier das erste Mal seit langem wieder eine Kirche und freuten sich daher.
Bis zur Kirche laufe ich 16km ohne Pause. Die Ausdauer und Kraft hat definitiv schon zugenommen. Auch schmerzt der Rucksack lange nicht mehr so an den Schultern, wie noch vor ein paar Tagen. Angelangt an der Kirche beschließe ich auf einer Parkbank zu rasten und nicke für eine viertel Stunde kurz ein. Aufgeweckt werde ich durch einen Dialekt aus der Steiermark. Tatsächlich hat gerade ein Bus aus Klagenfurt eine ganze Ladung Senioren zur Toilettenpause ausgespuckt. Na so ein Zufall. Servas, die Damen und Herren.
Kurz hinter dieser Kirche liegt mein geplantes Tagesziel. Da ich mit 18 gelaufenen Kilometern nicht zufrieden bin und die Moral gut ist, beschließe ich noch bis Hamar durchzulaufen. So erreiche ich nach fast 33 Kilometern glücklich und erschöpft das staatliche Pilgerzentrum und treffe dort meinen Italienischen Freund von vor zwei Tagen wieder. Eingeholt! Außerdem sind im Nebenzimmer noch ein Franzose und ein Norweger. Was für eine Mischung.