Ich fange langsam an, hatte ich geplant!

Tag 1

29km

Erst spät verlasse ich den Massenzeltplatz von Oslo, auf dem ich auch letztes Jahr schon verweilen musste. Immerhin habe ich einen Rabatt bekommen, nachdem ich von meiner Radtour erzählt habe.

Ich brauche ja noch meinen Pilgerausweis für die Stempel. Den gibt es nicht unweit von dem Startpunkt der Pilgerreise - allerdings erst ab 16 Uhr, weil ausgerechnet am Freitag nicht wie an jedem anderen Tag um 9 Uhr morgens, sondern eben erst um 16 Uhr aufgesperrt wird. Timing ist halt alles. So schlendere ich dann durch die Stadt zum weiter entfernten Pilgerzentrum, wo ich dann alles erledigen kann. Danach geht es wieder zurück an den ersten Meilenstein der Reise.

10km und 50 Kronen hat mich der Ausweis gekostet. Na toll, die km hätte ich mir gerne erspart.

643km bis Nidaros - heute bekannt als Trondheim. Da fallen 10km nicht wirklich ins Gewicht, versuche ich mich zu beruhigen. Für den heutigen Tag machen sie sich dennoch nicht unbedingt positiv bemerkbar, muss ich doch 19km laufen um aus der Stadt rauszukommen, wo ich dann endlich Zelten kann. Als perfekten Einstieg laufe ich so heute insgesamt 29km bei 30° und dauerndem Sonnenschein. Die meisten davon auf glühend heißem Asphalt. Als dann endlich auf den letzten 5km der Wald beginnt freue ich mich über die Schatten spendenden Bäume. Es ist so trocken, dass der Staub bei jedem Schritt unter den Füßen davonfliegt. Steine fallen klirrend umher. Die Hitze ist wirklich anstrengend und nur ein Funke würde ausreichen um eine Feuerkatastrophe auszulösen.

Abends komme ich zu einer Pilgerherberge, welche von zwei ganz lieben Eheleuten auf deren Hof betrieben wird. Dort werde ich als einziger Gast fürstlich bekocht und wir unterhalten uns lange. Das ist das Norwegen, wie ich es in Erinnerung hatte. Unglaublich schön.

So falle ich nach dem Essen erschöpft ins Zelt und kann es gar nicht fassen: ich habe nach 29km zwar ein vom Rucksack schmerzendes Kreuz und Plattfüße, aber keine einzige Blase.

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Zugegeben, mein kleiner linker Finger tut nicht weh!

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Es ist wie heimkommen!