Der Berg, das Schaf und kein Radweg
Tag 3
86,95km - 6:30:45h - insgesamt: 296,36km
Heute ging es mal etwas später los. Ab aufs Rad und durch Oslo. Erstmal schön mitten auf der vielbefahrenen Kreuzung meine vordere linke Tasche wegen einer Straßenbahnschiene verloren, das nächste mal besser kontrollieren - aber früh am Morgen und so. So bahne ich mir den Weg durch die ansonsten doch recht angenehm zu fahrende Stadt - Maut für Autos sei Dank. Bereits wenige Kilometer hinter der Stadt beginnt die Wildnis. Es geht auf schmalen Schotterstraßen immer bergauf. Wenn der Weg als unwegsames Gelände beschrieben wird, heißt das in Norwegen: Hindernisparcours. Gott sei Dank habe ich noch die breiten Reifen aufgezogen. Schritttempo bleibt mir lange Zeit dennoch nicht erspart. Die 500 Höhenmeter gehen ansonsten recht zielstrebig von der Hand. In diesen drei Stunden wechselt die Umgebung erst von Nadel- hin zu Birkenwald. Dazwischen immer wieder kleine bis größere Seen mit glasklarem Wasser, in denen sich die Welt spiegelt. Ich treffe keinen anderen Menschen. Diese Ruhe. Die Bergabfahrt gestaltet sich auf Grund des erhöhten Gewichts doch recht anstrengend - die Felgen glühen. Das erste "Wildtier" sollte dann ein Schaf sein, welches mir erschrocken fast vors Rad gelaufen ist. Später ist dann immer wieder erstaunlich, dass man an den unnötigsten Stellen Radwege findet, aber an einer vielbefahrenen Bundesstraße mit 9% Steigung auf 4km eben keinen. So winde ich mich zwischen Leitplanke und vorbei rasenden LKW nach oben. Die restlichen Kilometer verlaufen angenehm bei 17°. Über Nacht bleibe im am Randsfjorden, den ich morgen die meiste Zeit abfahren werde.