Wir sind die Coolsten wenn wir cruisen!

Tag 31

Alta-Skellefteå

775km

Insgesamt: 7324km

Auf gehts Richtung Süden. Erst noch das Pfand zurückgeben. Am Parkplatz sind sie wieder, die Autos mit laufenden Motoren, aber einkaufenden und damit Abwesenden Besitzern. Ein Ding des Nordens, des kalten Nordens, obwohl es grad nicht kalt ist. Eichhörnchen springen über die Straßen und rascheln in den Bäumen.

Eine wertvolle Fracht wird am Flughafen Alta aufgegeben. Wir sind wieder zu zweit plus Hund.

Ich sage ein leises Servus zum Eismeer und bis bald! Es geht südwärts ins Landesinnere.

Die kurvenreiche Straße ist mit 80 limitiert. Norwegen eben. Ein finnischer Lkw schiebt sich an unseren Konvoi ran und überholt uns - mit Anhänger. Der kennt sich aus, wir bleiben dran. 110kmh sind für Gespanne durchaus flott, aber wo kein Kläger, da kein Richter. Outback eben.

Es geht durch endlose Weiten an Wald. Immer wieder dazwischen findet man Schneemobil-Kreuzungen, die die Straße schneiden und wieder im Nichts der Einsamkeit verschwinden. Irgendwo hier verläuft der Nordkalottleden. Ein Wanderweg durch 800km Wildnis, den ich irgendwann noch gehen möchte.

Nach knapp 200km die Einfahrt nach Suomi/Finnland. Die Sprache wird wieder unverständlich. Der Wald ändert schon sein Farbenkleid ins gelbliche. In ein paar Wochen explodiert hier alles. Der Herbst naht. Neben den Straßen die hohen roten X-Markierungen für die Schneemobile im Winter. Man kann sich gar nicht vorstellen, was hier im Winter abgeht.

Die typisch roten Blockhäuser. Überall ein bisschen Unordnung und Chaos. Der Redneck-Style ist zurück. Fette, alte Ami-Autos, Holzfällerhemden, Zurückgezogenheit. Dazwischen ewige Schotterstraßen. Man ist im Land des Rallyesports. Auch die großen Autohersteller testen hier ihre Autos in der Kälte. Die Holzindustrie ist allgegenwärtig. In diesem endlosen Wald kommt uns ein anderer Jimmy entgegen - man grüßt sich freundlich. Ansonsten ist der Wald undurchschaubar. Nur manchmal blitzt ein kleiner oder großer See durch. Links und rechts gehen ewig lange Schotterstraßen ab ins nichts

Kurz vor fünf passieren wir dann die Grenze zu Sverige/Schweden. Unbedingt tanken. Selbst habe ich nur noch 3 Liter im Tank des 40 Liter Tanks. Punktlandung. An der Seite der Straße ein Wrack eines Käfers - wie lange der da wohl schon liegt…

Dann ein Kadaver eines Rentiers mit Krähen drauf. Bald ein zweiter. Ein großes, weißes und sehr lebendiges Ren steht plötzlich auf der Straße und macht keine Anstalten wegzugeben. Langsam fahren wir außen herum. Definitiv eine andere Form der Einsamkeit.

Für manche birgt der Wald ganz andere Gefahren, auf die ich hier aus Pietätsgründen nicht eingehen werde.

Wir überqueren erneut den Polarkreis.

Immer wieder die langsamen Fahrzeuge mit Warndreieck, die extra für junge Leute gedrosselt umgebaut werden.

Nebel steigt auf, die Sonne scheint geheimnisvoll hinter den Bäumen hervor. So viele tolle Motive ziehen vorbei - aber ein Halten ist hier nicht möglich. Außerdem müssen wir Meter machen. Aus der Schnellstraße wird eine vierspurige Autobahn. Spürbar früher wird es dunkel.

Mit letztem Tageslicht finden wir einen Rastplatz direkt am Wasser in einem verwunschenen Wald und lassen und nieder…

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Der krasseste Abschlepper EU-Nord!

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IMMER vOlLTaNkEn!1einself