Der Jimny: Ein Kleiner ganz groß.
Tag 21
Åndalsnes - Austrått
458km
Insgesamt: 4369km
Heute geht es wieder ans Wasser. Ganz nach Westen zur Atlantikstrasse, die auch im aktuellen James Bond vorkommt. Die spannende Atlantikstrasse ist ja wirklich nur sehr kurz, genau genommen handelt es sich um eine Brücke, an deren beider Seiten sich die Touristen stapeln. Aber selbst hier ist verhältnismäßig wenig los. So fahren wir ganze drei Mal über die Brücke, einmal regulär, einmal um zu filmen und einmal im fotografiert zu werden. Alles dauert länger, wenn man es dokumentieren möchte.
Dazwischen immer wieder elektrische Fähren.
Plötzlich riecht mein Auto nach Seife. Ich bleibe stehen und habe eine üble Vorahnung: Bei der Atlantikstrasse habe ich ja das Stativ verwendet und dieses hat die Seifenflasche in Position gehalten. Und wer hat das Stativ einfach in den Kofferraum geworfen? Richtig - ich. So ist meine 30€ Flasche biologisch abbaubares Seifending zu 2/3 ausgelaufen und der Kofferraum schwimmt. So ein Mist.
Nach einer ausgedehnten Reinigungsaktion geht es weiter. Was dieses Jahr neu ist, ist, dass man die Fähren sofort bezahlen muss. Auf Nachfrage, warum das so ist, erhalte ich die Antwort, dass zu viele Touristen die an sie versendeten Rechnungen nicht bezahlt hätten. Da ist sie wieder, die Zivilisationsklatsche und lässt mich erneut fassungslos zurück. Wer macht sowas?
Kurzer Pflichtbesuch in Trondheim. Dom, Pilgerstein, Altstadt, Ubootbunker Dora I & II. Beeindruckend. Heute sind da Firmen und Geschäfte drin, man kann aber noch genau sehen, wo die Deutschen Uboote gelegen haben. Die 3,5m dicken Decken sollten diese vor Bombenangriffen aus der Luft schützen.
Weiter geht es Richtung Westen. Wir fahren stundenlang durch Niemandsland, hin und wieder eine kleine Siedlung, manchmal ein Häuschen, aber keine Touristen. Dafür mit einem Sonnenuntergang, wie man ihn bei uns selten zu Gesicht bekommt. Der ganze Himmel explodiert. Wahnsinnig schön.
Auf der letzten Fähre kommen wir mit einem Wikinger ins Gespräch, der uns abkassiert. Er liebt den G-eländewagen, seine Schwester hat auch einen, fährt selbst einen alten Transam. Aber auch der Jimmy erregt seine Aufmerksamkeit - der kommt an Stellen, wo der G nicht hinkommt. Diese Aussage macht mich dann schon ein bisschen stolz und ich muss schmunzeln. Den „Elektroschrott“ mag er nicht.
Am Abend lassen wir uns an einem besonderen Ort nieder, den ich natürlich gleich besuchen muss…