Emotionen, Baby!

Tag 26

Vik-Stronglandseidet

258km

Insgesamt: 5258km

Unser Stellplatz auf einer alten, verlassenen Straße war traumhaft. Ebenerdig, niederes Gras, ruhig und mit Ausblick aufs Meer. Die blaue Stunde kickt hier jedes Mal.

Am Morgen schleichen Schafe um mein Zelt. Ich fahre relativ früh weiter Richtung Vesterålen. Die Vögel, die sich auf dem warmen Asphalt sonnen, schrecken auf und fliegen panisch davon.

Es geht zum Aussichtspunkt und Rastplatz Bukkekjerka. Dessen Toiletten sind mit einer Privacy-Verglasung versehen, so dass dies zum besten Toilettenerlebnis wird, das ich jemals hatte. Der Ausblick auf die Berge und das Meer ist beeindruckend. Das wetter hervorragend.

Auf den Straßen leidet der Jimmy etwas. Er ist eben ein Geländewagen und hat keine komfortable Federung wie ein Straßenauto. Regelmäßig betoniert er demnach in irgendwelche Schlaglöcher oder Unebenheiten ein. Hinter mir fliegen die Kisten im Kofferraum hoch. Au.

Die Fähre nach Senja hat schon auf Winterbetrieb umgestellt. Das bedeutet, sie fährt nur noch in der Früh und am Abend. Warten. Kochen. Ruhen. Ich filme derzeit viel. Mehr als ich fotografiere. Als ich einen Fischkutter beim auslaufen festhalte, winkt dessen Steuermann. Ich winke zurück und er hupt zweimal mit dem Schiffshorn. Ich freue mich wie ein kleiner Junge.

Endlich sind wir auf der Fähre. Die Überfahrt ist dann doch recht ruppig. Meine Begleitung hängt bereits wieder über der Reling. Mein Mitleid ist da, ich genieße aber auch das Schaukeln auf den Wellen.

Auf Google Maps sehe ich, dass die Touristenstrasse auf Senja immer noch gesperrt ist. Ich bin traurig, hat es doch letztes Jahr auch nicht geklappt. An Land war dann aber doch die Straße offen und wir fahren ein. Die alten Plätze kommen wieder. All die Bilder und Eindrücke. Das Fahrrad und ich. 2017.

Weiter zum Tungeneset. Ein Gang aus sibirischer Lärche - darf man das heutzutage überhaupt noch? - führt über die Klippen hinunter ans Meer und eröffnet den Blick auf ein spektakuläres Gebirge. Wenn ich sage, dass ich schon dreimal hier war und nie ein derart schönes Licht hatte wie heute, dann meine ich es so. Der Sonnenuntergang durch die Wolken lässt den Himmel in feuerrotorange erstrahlen. Plötzlich sticht die Sonne nochmal durch und erleuchtet die Felswände in diesem sanften Licht, das jeder Fotograf sehen will. Ein unglaubliches Geschenk, ein unglaublich emotionaler Moment.

Die Straße ist dann doch noch gesperrt, egal, ich habe gesehen, was ich sehen wollte. Wir fahren zurück, weiter Richtung Osten. Im Rückspiegel der G. Wenn wir bergabfahren, sehe ich den glutroten Himmel - heute ist einer der guten Tage.

Das Nachtlager findet sich heute im Wald an einem Strand. Auch über die kurze Off-road-Passage freuen wir uns.

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Schlalalalalalagloch!

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Punktlandung, alte Hütte und Raser