Fische füttern
Tag 13
Hirtshals-Lindesnes
136km
Insgesamt: 2560
Na Servus. Das Wetter ist mal richtig schlecht. Starker Regen - der aufgrund des Windes von der Seite kommt. Zeit für die Regenjacke. Das Zelt im Sturm abbauen.
Es geht zurück. Richtung Norden natürlich - was soll ich im Süden? Zurück nach Hirtshals, wo ich/wir in das große Schiff einfahren, das uns nach Norge bringen soll, nach Norwegen.
Schon beim Anfahren auf Hirtshals mit dem Auto dachte ich mir, das wird eine interessante Überfahrt. Hohen Wellen mit deutlichen Schaumkronen. Meine armen Mitreisenden.
Los gehts. Autos auf dem obersten Deck untergestellt, los geht die wilde Fahrt Richtung Nordwesten, Ziel norwegisches Festland, Kristiansand. Die Kurzfassung: Die Seekrankheit war relativ verbreitet, die See mehrheitlich doch sehr aufgebracht. Ich kann den spannenden Anblick genießen, kann mir mein Mitleid aber nicht ganz verkneifen.
An Land, ab durch den Zoll, dann erstmal zum nächsten Supermarkt. Zeit, wieder die Landbeine zu suchen und ein paar Leckereien einzukaufen, die ich nur hier bekomme. Problematischerweise esse und trinke ich alles, was ich gekauft habe, in einem Rutsch wieder auf. Süß, salzig und den berühmten Brown Cheese aus dem Gudbrandsdal, wo ich 2018 schon durchgepilgert bin.
Zack, schnell rüber die Batterie Vara ansehen, die Schwesterbatterie von der in Hanstholm, wo ich ein paar Tage vorher schon war. Hier steht noch ein ganzer Kanonenturm, den man auch von innen besichtigen kann. Beeindruckend.
Weiter gehts Richtung Lindesnes, zum Südkap. Von hier aus sind es wohl um die 2500km Luftlinie zum Nordkap und 2800km zum nördlichsten Leuchtturm, Slettnes Fyr. Der Wind hat sich mittlerweile in einen veritablen Sturm verwandelt. Immerhin hört der Regen auf. Das Gehen fällt schwer, manchmal wird man mehr oder weniger vom Winde verweht.
Wir beschließen im Sturm unser Lager aufzuschlagen - da es spät ist, auf dem Parkplatz vorm Leuchtturm. Mein neues Zelt sollte das ohne Probleme wegstecken - und so ist es dann auch. Fest verzurrt gehe ich in die Nacht. Zuvor kauerten wir vier am Boden, teils in einer Hecke und haben einen Eintopf gekocht. Über uns das Zischen und Pfeifen des Windes. Wirkt tatsächlich bedrohlich, nur ein paar Meter von uns entfernt ist das Meer und dann lange nichts mehr.
Was ein Einstieg, denke ich mir - die Gegend kenne ich sonst nur im Sonnenschein und as Unwetter nur aus dem Norden. Jetzt ist wieder klar, worum es geht - um ein Abenteuer.