Feuchtgebiete
Tag 14
Lindesnes-Haugesund
317km
Insgesamt: 2877km
Heute Nacht gab es einen schweren Sturm, der am Morgen sogar noch heftiger wurde. Beim Aussteigen aus dem Zelt sehe ich das Meer. Kalt. Grau. Weiße Gischt. Kein Leben. Nur Gewalt und Zerstörung. Immerhin passe ich einen Moment ab, an dem es nicht regnet und kann mein Zelt halbwegs trocken abbauen.
Auf der Weiterfahrt Richtung Nordwesten überall Äste und Blätter auf den Straßen. Da war echt was los.
Überall werden alte Straßen durch neue ersetzt. Für die Einheimischen ist die Begradigung ein Segen, für uns Touristen teils schade. Die Romantik geht ein bisschen verloren. Aber absolut nachvollziehbar. Man sollte also noch baldigst herkommen.
Vor Stavanger dann ein Pflichtstop bei „Sverd I Fjell“, den Schwertern im Felsen. Dort wird an die Schlacht am Hafrsfjord im Jahr 872, in deren Ergebnis Harald Schönhaar erster König Norwegens wurde, gedacht. Es gilt als Symbol für die damit erfolgte nationale Vereinigung Norwegens.
Kurzer Besuch in Stavanger. Das Ölmuseum ist Pflicht. Durch die verregneten großen Scheiben des Museums kann man all die großen Schiffe sehen, die den Ölplattformen draußen zuarbeiten. An der Form des ein oder anderen Bugs kann man erkennen, mit welchem Wetter die da draußen wohl zu tun haben. Schnell noch durch die Fargegaten, einer Straße, die durch ihre bunten Häuser und vielen Cafés besticht.
Kurz vor Haugesund führt der Weg durch einen der zahlreichen Tunnel unter das Meer hindurch. Beim Bergauffahren steht plötzlich ein Auto links an der Tunnelwand - Unfall. Ich fahre ran, frage ob alles ok ist und ob Hilfe benötigt wird - nein, alles ok. Das Auto raucht. Da aber schon ein anderer Norweger da war, beschließe ich weiterzufahren. Kurz danach ein großer unterirdischer Kreisverkehr, in blau beleuchtet.
Da das Wetter immer noch stark regnerisch ist, hatte ich heute keine große Lust zu fotografieren. Darf auch mal sein und die Kamera wird es mir verdanken.
Schade ist, dass wir den Ausflug zum Preikestolen absagen müssen. Hätte einfach keinen Sinn bei 10°, Starkregen und Wolken da raufzugehen.