Der Moment, als mir ein Hai ins Bein biss und ich nach Hause fahren musste!

Tag 13 und 14: 20km

Insgesamt: 244km

Gut, das war Clickbait. Nach Hause gefahren bin ich aber trotzdem. Ehrlich gesagt, habe ich keine Befriedigung mehr darin gesehen, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen und umringt von normalen Touristen zu sein. Das, was ich eigentlich machen wollte, ist derzeit einfach nicht möglich. Das Abenteuergefühl ist leider zu keiner Zeit meiner Reise aufgekommen.

Aber. Trotzdem waren die vergangenen 14 Tage nicht umsonst. Auf dieser Reise hatte ich die Möglichkeit in Ruhe zahlreiche Orte zu besuchen, die mir auf meinen vorangegangenen Wegen so positiv in Erinnerung geblieben sind. Vor allem sei hier Tromsø genannt. Aber auch der Soldatenfriedhof in Narvik war mir seit Jahren ein Anliegen für einen respektvollen und ehrenden Besuch.

Die Norweger glänzten mal wieder durch ihre zuvorkommende, ruhige und positive Art. Allzu oft blieben norwegische Autofahrer vor Fußgängerüberwegen stehen, als ich noch 20m davon entfernt gemütlich auf sie zuschritt. Und sie warteten dennoch geduldig. Mir war das schon fast unangenehm, sodass ich meinen Schritt anhob. Undenkbar bei uns daheim, wo oft erst dann stehen geblieben wird, wenn man es als Fußgänger drauf anlegt. Oder auch gar nicht. Die Städte sind nicht verdreckt, kaum beschmiert oder beklebt und überhaupt sehr lebenswert. Der Umgang untereinander ist sehr respektvoll, die Stimme wird selten erhoben. In Bus und Bahn gibt es keine Menschen, die laute Musik hören und Du, wenn Du sie dann ansprichst, Angst um Dein Leben haben musst. Es gibt deutlich weniger kaputte, drogenabhängige Menschen, als bei uns. Ich frage mich, woran das wohl liegt...

Die Kontraste aus absoluter Einsamkeit, Kälte, Kargheit im Norden, sowie Wärme, Gemeinschaft, Fruchtbarkeit und Lebensfreude im Süden könnten nicht größer sein. Aber genau das macht dieses Land so spannend.

Auch der Umgang mit einer der vielen Viruserkrankungen funktioniert hier blendend. Natürlich vollkommen ohne Gesichtsmaske - ohne Hysterie - ohne 100.000 Tote - ohne Weltuntergangsszenarien. Dafür vollinhaltlich entspannt. Mit Desinfektionsspendern, wohin man schaut. Kostenlos. Mit Abstand. Freiwillig. Das alles schaffen wir nicht. Wir sind dafür obrigkeitshörig, denken nicht mehr, koste es, was es wolle. Das selbe Thema gilt auch für E-Mobilität. Die Norweger machen einfach - auch ohne einen ideologischen Krieg gegen des Auto im Generellen zu führen. Wenn man gute Alternativen anbietet, werden sie auch angenommen. Respekt dafür.

Für mich gilt ab jetzt: Trainieren. Etwas Neues lernen. Trainieren für die verschobene Kaffeefahrt 202(0)1. Trainieren für Projekt RENOVATIO. Hoffentlich wird die Welt im kommenden Jahr nicht wieder oder immer noch so neben der Spur stehen, wie momentan. Ich wünsche es uns allen.

Dann wird es wieder Zeit für ein echtes Abenteurer.

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Und das Meer singt sein Lied.